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100 Jahre Lippeverband: Höchste Deiche Europas in Hamm
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100 Jahre Lippeverband: Höchste Deiche Europas in Hamm

Der Lippeverband feiert am 19. Januar sein 100-jähriges Bestehen und prägt seit 2007 die Wasserwirtschaft in Hamm. Von der Stadtentwässerung bis zu Europas höchsten Flussdeichen - das Unternehmen betreibt unverzichtbare Infrastruktur für die Hammer Bevölkerung.

Veröffentlicht: Montag, 19.01.2026 07:04

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Lippeverband wird 100: Kanalnetzbetrieb in Hamm

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Der Lippeverband wird am 19. Januar 2026 stolze 100 Jahre alt - gegründet durch den Erlass des Lippe-Gesetzes am 19. Januar 1926. Das öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsunternehmen ist aus dem Alltag der Hammer Bürgerinnen und Bürger nicht mehr wegzudenken. Seit 2007 betreibt der Lippeverband das städtische Kanalnet. Doch das ist längst nicht alles: Der Verband unterhält auch die höchsten Flussdeiche Europas und die beliebte Lippe-Fähre Lupia am Schloss Oberwerries.

„Unser Selbstverständnis als Infrastrukturdienstleister für unsere Mitglieder hat sich in den vergangenen 100 Jahren nicht geändert. Das Wohl der Allgemeinheit steht dabei für uns nach wie vor an erster Stelle" - Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes
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Stadtentwässerung Hamm: 800 Kilometer Kanalnetz im Betrieb

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Die Übertragung der Abwasserbeseitigungspflicht von der Stadt Hamm an den Lippeverband am 1. April 2007 war ein Meilenstein für die örtliche Wasserwirtschaft. Seitdem erfolgt die Abwasserbeseitigung aus einer Hand - bisherige Zuständigkeitsgrenzen zwischen Stadt und Lippeverband wurden aufgehoben. 75 Mitarbeiter der Abteilung „Stadtentwässerung Hamm" kümmern sich täglich um das knapp 800 Kilometer umfassende öffentliche Kanalnetz mit rund 25.000 Schachtbauwerken. Hinzu kommen 200 Sonderbauwerke wie 100 Pumpwerke und 85 Regenwasserbehandlungsanlagen sowie die Reinigung von rund 30.000 Straßeneinläufen.

Jährlich fließen etwa 12,5 Millionen Euro in Neubau und Erneuerung der Kanalisation nach dem Abwasserbeseitigungskonzept der Stadt Hamm. Gemeinsam mit der Stadt will der Lippeverband auch in Zukunft die wassergerechte und nachhaltige Stadtentwicklung vorantreiben - ähnlich anderen Stadtentwicklungsprojekten in Hamm, die das Stadtbild prägen.

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Hammer Pumpwerke und Kläranlagen: Millionen Liter täglich

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Das leistungsstärkste Pumpwerk des Lippeverbandes in Hamm steht in Herringen: Im Maximalfall befördert die Anlage bis zu 18.200 Liter Wasser pro Sekunde in die Lippe. Die 1961 gebaute und 2006 modernisierte Anlage verfügt über acht gestaffelt arbeitende Pumpen - von 200 Liter pro Sekunde bei der kleinsten bis zu je 4.500 Liter pro Sekunde bei den beiden Hochwassermaschinen. Zusätzlich betreibt der Lippeverband in Hamm fünf Kläranlagen: Hamm-West, Hamm-Uentrop, Hamm-Pedinghausen, Hamm-Wambeln und Hamm-Mattenbecke.

Die größte Abwasserreinigungsanlage ist das Klärwerk Hamm-West, das in naher Zukunft weiter moderniesiert wird, damit auch Medikamnete besser herausgefiltert werden. 

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Europas höchste Flussdeiche stehen in Hamm

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Eine Besonderheit der Hammer Wasserwirtschaft sind die höchsten Flussdeiche Europas entlang der Lippe. Diese 17 Meter hohen Bauwerke entstanden aufgrund der bergbaulichen Einwirkungen in der Region. Bereits in den Jahren 1937/1947 musste die Lippe wegen Bergsenkungen der Zeche Radbod verlegt und eingedeicht werden. 1975 erfolgte eine weitere Erhöhung der Deiche, um auch nach künftigen Senkungen noch einen Meter Freibord zu gewährleisten. 

Die Deiche schützen aber nicht nur vor Hochwasser, sondern ermöglichen auch moderne Renaturierungsprojekte wie den Erlebensraum Lippeaue.

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Ende der „Köttelbecken": Bäche in Hamm werden sauber

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Ein historischer Meilenstein wurde 2023 erreicht: Mit der Inbetriebnahme des Pumpwerks Bocksheideweg endete die Ära der sogenannten „Köttelbecken" in Hamm. Der Herringer Bach und der Hoppeibach waren die letzten beiden Bachläufe im gesamten Verantwortungsbereich des Lippeverbandes, die noch Abwasser führten. Nun fließt die Schmutzfracht unterirdisch durch neue Kanäle. In den kommenden Jahren wird der Lippeverband rund sieben Kilometer an beiden Bächen renaturieren: Die Betonsohlschale wird entfernt, das Ufer naturnah gestaltet und wo möglich ein natürlicher schlängelnder Bachverlauf wiederhergestellt.

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