
Ansturm auf die Stadt Hamm wegen neuer Grundsteuer
Die gerade verschickten Grundsteuerbescheide führen in Hamm zu einer Anfrageflut bei der Stadt. Fast 1.200 Bürgerinnen und Bürger haben sich innerhalb von zehn Tagen gemeldet.
Veröffentlicht: Donnerstag, 07.05.2026 14:14
Ärger um Grundsteuer in Hamm
Die Stadtverwaltung in Hamm verzeichnet nach dem Versand der neuen Grundsteuerbescheide ein massives Aufkommen an Rückfragen. Innerhalb der ersten zehn Tage zählte die Stadt fast 1.200 Kontaktaufnahmen, darunter 629 E-Mails, 535 Anrufe und 36 persönliche Vorsprachen. Zudem wurden bereits 23 Widersprüche eingelegt. Die meisten Eigentümerinnen und Eigentümer wollen wissen, wie der erhöhte Hebesatz für Wohngrundstücke zustande kommt und fragen nach Fälligkeiten oder genauen Zahlungsbeträgen.
Steuer für Einfamilienhaus in Hamm kostet etwa 100 Euro mehr im Jahr
Hintergrund des Ansturms ist die Grundsteuerreform, für die rund 50.000 Wohngrundstücke in der Stadt neu bewertet werden mussten. Wer in der Vergangenheit durch veraltete Werte gespart hatte, muss nun teils deutlich tiefer in die Tasche greifen. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus steigen die Kosten um etwa 100 Euro im Jahr. Insgesamt tragen Besitzer von Wohngebäuden in Hamm nun eine Mehrbelastung von 5,3 Millionen Euro im Vergleich zur Zeit vor der Reform.
Ursprüngliches Modell kippt nach Gerichtsurteilen
Eigentlich wollte die Stadt Hamm die Wohnkosten dämpfen und hatte Anfang 2025 unterschiedliche Hebesätze für Wohn- und Gewerbegrundstücke eingeführt. Dieses von der Landesregierung empfohlene Modell wurde jedoch vor Gericht angefochten. Daraufhin ist die Stadt wieder zu einer einheitlichen Besteuerung zurückgekehrt, weshalb der Hebesatz nun für alle Flächen einheitlich bei 834 Prozent liegt.
Autor: Rainer Wilkes