Aue erkämpft sich einen Punkt beim ASV

Westfalen erkennen starke Leistung der Gäste an – Rückrundenbilanz damit bei 17:3 Zählern

Mit einer Punkteteilung endete das Heimspiel des ASV Hamm-Westfalen am 29. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga gegen den EHV Aue. Mehr als 2.000 Zuschauer erlebten nach einem sehr spannenden Spielverlauf ein hochdramatisches Finale, in dem am Ende die Gäste noch zum 25:25 ausglichen und so den Gastgebern einen Punkt abtrotzten.

Und dieser Punktgewinn war absolut verdient, wie beide Trainer direkt nach der Partie einhellig befanden. Die Gastgeber hatten zuvor nur zweimal in Führung gelegen: mit 1:0 und 25:24. Lange Zeit stellte die kompakte Abwehr des EHV die Westfalen vor Probleme. Hinzu gelang es den Gästen, konsequent das Tempo zu verschleppen und so das gefürchtete Gegenstoßspiel des ASV gar nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Da die Gastgeber zudem Schwierigkeiten in der Defensive offenbarten ging Aue in 17. Minute mit 4:8 in Führung. Schon bei 4:5-Zwischenstand hatte Kay Rothenpieler die Entwicklung erkannt und eine Auszeit genommen – ohne Erfolg allerdings. Erst nach dem 7:10-Anschlusstreffer in der 22. Minute durch Jakob Schwabes Rückhandtreffer verbesserte sich das Offensivspiel – der ASV kämpfte sich Tor um Tor heran und Fabian Huesmann glich zehn Sekunden vor der Pause zum 11:11 aus. Der Lauf der Westfalen wurde nur durch die Pause unterbrochen – folgenschwer, wie sich zeigen sollte.

Denn auch in den zweiten Abschnitt startete Aue wieder bedeutend besser, traf innerhalb von fünfeinhalb Minuten sechsmal – beim Stand von 13:17 waren wieder die alten Kräfteverhältnisse hergestellt. In der Folge liefen die Hausherren immer einem Ein- oder Zwei-Tore-Rückstand hinterher und konnte zunächst nicht mehr an den Schwung der letzten Minuten der ersten Halbzeit anknüpfen. Kay Rothenpieler versuchte alle taktischen Maßnahmen, die beste Wirkung zeigte noch die Variante mit siebtem Feldspieler und zwei Kreisläufern; vor allem deshalb, weil Aue in dieser Situation zweimal Pech mit Abprallern hatte und einmal am leeren Tor vorbeiwarf.

Der Mut der Westfalen wurde aber schließlich belohnt: Huesmann glich knapp fünf Minuten vor dem Ende zum 24:24 aus. Als dann noch Oliver Krechel einen Wurf von Kevin Roch parierte und Stefan Lex zweieinhalb Minuten vor dem Ende die erste Führung seit dem 1:0 warf, verwandelte sich die WESTPRESS arena in einen Hexenkessel. Anschließend scheiterte der zuvor sichere Siebenmeterschütze Eric Meinhardt per Siebenmeter. Zwar überwand er Krechel mit einem Aufsetzer durch die Beine, der Ball landete allerdings vor Latte und war so eine sichere Beute für den ASV-Keeper. Es folgte eine umstrittene Szene: Im Angriff wurde Kreisläufer Jan Brosch zu Fall gebracht, der so den Pass von Stefan Lex nicht fangen konnte. „Da hätte ich mir schon wenigstens einen Freiwurf gewünscht“, meinte Brosch später, der aber ansonsten wie alle Beteiligten wenig Anlass zur Kritik der Leistung des Unparteiischengespanns hatte, die auch in hitzigen Phasen des Spiels beruhigend einwirkten. Stattdessen netzte Meinhardt also 32 Sekunden vor dem Ende zum 25:25 für den EHV ein. Doch immer noch bestand für den ASV die Chance zum Sieg – mit seinem letzten Wurf verfehlte Lex allerdings das EHV-Gehäuse. „Das wäre sicherlich sehr glücklich gewesen.

Deswegen muss man auch anerkennen, dass Aue das sehr gut gemacht hat. Wir können froh sein über den Punkt. Unsere Serie geht weiter und wir müssen weiter hart arbeiten“, erklärte ASV-Trainer Kay Rothenpieler. „Es kann sich jeder vorstellen, dass wir unheimlich glücklich sind über den Punkt, den wir uns hart erkämpft haben und der mehr als verdient war“, meinte Stephan Swat. „Wenn man sieht, dass Hamm nur zweimal führt, wäre das mehr als bitter für uns gewesen.“

Weiter geht es für den ASV nach einer kurzen Pause nun am Ostersamstag, dann tritt die Mannschaft von Kay Rothenpieler um 19:30 Uhr beim Tabellendritten HSG Nordhorn-Lingen an, auf den der ASV nun zwei Zähler Rückstand hat. „Das wird natürlich eine ganz harte Aufgabe, in die wir allerdings ohne Druck gehen können“, so Rothenpieler.

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