Anzeige
Aktuell ist der Santa-Monica-Platz in Hamm voller Autos. Das soll bald der Vergangenheit angehören.
© Radio Lippewelle Hamm
Aktuell ist der Santa-Monica-Platz in Hamm voller Autos. Das soll bald der Vergangenheit angehören.
Teilen: mail

Autofrei und grün - Hamm stellt Pläne für Innenstadt vor

Wie soll die Innenstadt von Hamm in Zukunft aussehen? Im vergangenen Jahr konnten sich Hammer Bürger intensiv an den Planungen für eine Antwort dieser Frage beteiligen. Die demokratischen Parteien im Rat haben jetzt ihren Innenstadt-Konsens vorgestellt.

Veröffentlicht:

Anzeige

Viele Ratsparteien in Hamm einigen sich auf Innenstadt-Konsens

Anzeige

"Das ist kein großer Wurf, das ist der Big Bang!" - so beschreibt der FDP-Vorsitzende Ingo Müller die Pläne von SPD, CDU, Grünen, Volt und FDP. Mit einem Konsens haben die Fraktionen sich auf die Umsetzung von insgesamt 16 Einzelmaßnahmen für die Innenstadt von Hamm geeinigt, die unabhängig von künftigen Mehrheitsverhältnissen im Rat umgesetzt werden sollen. Mit den Plänen reagieren die demokratischen Politiker auf den tiefgreifenden Strukturwandel durch die Veränderungen im stationären Handel, sozialen Problemen und dem Wunsch nach mehr Aufenthaltsqualtität. Für das Konzept wurden intensiv Bürger in verschiedenen Formaten beteiligt, darunter eine umfangreiche Online-Umfrage. Mit der AfD haben die Beteiligten nicht gesprochen.

Anzeige

Marktplatz und Santa-Monica-Platz sollen autofrei werden

Anzeige
Der Santa-Monica-Platz soll komplett neu gestaltet werden.
© Radio Lippewelle Hamm
Der Santa-Monica-Platz soll komplett neu gestaltet werden.
Anzeige

Im Kern geht es in den Plänen darum, in der Innenstadt für mehr Aufenthaltsqualität zu sorgen. Dafür soll die Widumstraße zwischen Santa-Monica-Platz und EDEKA autofrei werden, der Verkehr wird über die Königstraße geleitet. Mit dem aktuell entstehenden Parkhaus neben dem Kino, einer Parkmöglichkeit im neuen Heinemann-Quartier am Bahnhof und einer Tiefgarage unter dem Santa-Monica-Platz soll die Parkproblematik in der Innenstadt gelöst werden. Das hatten sich viele Autofahrer in den Befragungen gewünscht. Damit entsteht zwischen Marktplatz und dem Santa-Monica-Platz ein großes Gelände, das einen Mix aus Wohnen, Gastronomie, Veranstaltungen und begrüntem Freiraum bieten soll. Die Bushaltestelle soll entsprechend auf die andere Seite des großen Platzes verlegt werden.

Anzeige

Durchgangsverkehr raus aus der Innenstadt

Anzeige
Die Nordstraße wird autofrei.
© Radio Lippewelle Hamm
Die Nordstraße wird möglicherweise autofrei.
Anzeige

Ein weiterer "großer Wurf" ist der Plan, nach Absprache mit dem Bundesverkehrsministerium die Bundesstraße 63 von der Werler Straße über die Richard-Wagner-Straße, den Südring, den Westring und die Hafenstraße an der Innenstadt vorbeiführen. Damit sollen beide Fahrtrichtungen auf eine Straße zusammengelegt werden. Aktuell sorgt der Verkehr Richtung Norden mit vielen Lkw und Pendlern täglich für volle Straßen in der Innenstadt - besonders am Nadelöhr Nordstraße. Eine Durchfahrt soll hier bald nicht mehr möglich sein - die bauliche Trennung der Fußgängerzone auf Höhe des Café Extrablatt fällt weg und ein direkter Durchgang ohne Ampel wird möglich.

Anzeige

Mehr Aufenthaltsqualität in Hammer Innenstadt

Anzeige

Mit dem Innenstadtkonsens will die Stadt Hamm die Bedeutung der Fußgängerzone und den darumliegenden Plätzen als Anziehungspunkt für die Region stärken. Dafür soll die Aufenthaltsqualität mit mehr Sitzmöglichkeiten, Bäumen und Wasser gesteigert werden. Besonders im Blick stand dabei die Entstehung von kühlen Orten an heißen Tagen. Möglich werden soll das durch entsiegelten Straßenraum, begrünte Wege und erhaltene Bäume.

"Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass die Innenstadt auch in Zukunft ein Ort ist, an dem Menschen gerne einkaufen, arbeiten, wohnen, essen, Kultur erleben und sich treffen." - Oberbürgermeister Marc Herter
Anzeige

Zehn Jahre für Fertigstellung der neuen Innenstadt

Anzeige
In der Innenstadt von Hamm wird sich vieles in den nächsten zehn Jahren verändern.
© Radio Lippewelle Hamm
In der Innenstadt von Hamm wird sich vieles in den nächsten zehn Jahren verändern.
Anzeige

Der jetzt vorgestellte Plan ist faktisch nur eine Absichtserklärung der beteiligten Parteien, der in der nächsten Ratssitzung am 13. Oktober 2026 viele Einzelmaßnahmen auslösen soll. Ob eine Tiefgarage unter dem Santa-Monica-Platz gebaut werden kann, muss zunächst umfassend geprüft werden. Außerdem werden auch im weiteren Prozess intensiv Bürger and der Entwicklung beteiligt. Stadtbaurat Andreas Mentz betont, dass viele Anmerkungen und Wünsche bereits eingeplant wurden. Im kommenden Jahr könnten dann die ersten Förderanträge für das über 31,4 Millionen Euro teure Projekt gestellt werden, davon müsste die Stadt im Falle einer Bewilligung 20 Prozent selbst bezahlen. Das Programm sieht vor, dass die Maßnahmen in zehn Jahren umgesetzt sein müssen. Weitere Kosten könnten entstehen, wenn die Planungen für die Tiefgarage konkreter werden, dieses Vorhaben lasse sich noch nicht beziffern, so die Stadt.

Anzeige

Beteiligung am 28. September in Hamm möglich

Anzeige

Das neue Integrierte Stadtentwicklungskonzept wird mit all seinen Maßnahmen am 28. September ab 18 Uhr im Gustav-Lübcke-Museum vorgestellt. Dort gibt es auch weiter die Möglichkeit, eigene Anmerkungen und Wünsche zu den Planungen einzubringen.

Anzeige
Anzeige
Anzeige