Betriebe in Hamm besorgt wegen Ende von Atomkraftwerken
Die Industrie- und Handelskammer Hamm befürchtet, dass Energie noch teurer für die Unternehmen in Hamm wird. Die Lage für die Betriebe in Hamm und der Region sei weiter angespannt, die Krise nicht vorbei. Die Stadtwerke Hamm glauben nicht, dass es Versorgungsengpässe geben wird.
Veröffentlicht: Freitag, 14.04.2023 09:37
Die Unternehmen in Hamm machen sich Sorgen, wie sich die Energieversorgung ohne Atomkraftwerke entwickeln wird. Die Krise sei noch nicht vorbei, sagt die IHK Hamm. Sie bezieht sich dabei auf die Resolution der Deutschen Industrie- und Handelskammer. Die habe man bei der Vollversammlung im September 2022 schon verabschiedet. Die DIHK fordert darin unter anderem, dass die Kernkraftwerke bis zum Ende der Krise weiterlaufen sollen. Sie hatte in dieser Woche (11.4.) auch davor gewarnt, dass es Engpässe bei der Stromversorgung geben könnte und Energie noch teurer wird, wenn die letzten drei deutschen Atomkraftwerke am Samstag (15.4.) vom Netz gehen.
Unternehmen in Hamm leiden unter hohen Energiepreisen
Die Lage für die Unternehmen in Hamm und der Region sei nach wie vor angespannt, betont die IHK Hamm. Es sei wichtig, das Angebot an Energie weiter auszubauen und keinesfalls einzuschränken. Nur so könne man Versorgungsengpässen und weiteren Preissteigerungen für Energie vorbeugen oder das zumindest etwas abmildern. Das Thema Energiesicherheit sei für die Unternehmen und die Wirtschaft in Hamm sehr wichtig, sagt die Industrie- und Handelskammer Hamm. Seit Kriegsbeginn in der Ukraine steigen die Preise für Energie und das macht auch den Betrieben in Hamm zu schaffen. Fast 70 Prozent sind davon betroffen. Das zeigt eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer unter mehr als 400 Unternehmen in der Region. Das betrifft besonders die Industrie, das Baugewerbe und den Handel.
Stadtwerke Hamm erwarten keine Versorgungsengpässe
In Hamm kommt rund ein Fünftel im Strommix (19,6 Prozent) aus Atomkraft. Das sagen die Stadtwerke Hamm. Versorgungsengpässe erwarten sie nicht, wenn die Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Sie können die Sorge, dass Energie deswegen noch einmal teurer werde, im Prinzip auch nicht nachvollziehen. Allerdings bestimme der Markt den Preis für Strom. Wenn Strom also doch knapp wird, könne er auch teurer werden, sagen die Stadtwerke. Das müsse die zukünftige Entwicklung aber erst zeigen. Für Engpässe bei der Energieversorgung gibt es bei den Stadtwerken Hamm Notfallpläne. Sie gehen aber davon aus, dass sie zum Ende der Atomkraftwerke in Deutschland nicht zum Einsatz kommen.
IHK Hamm kritisiert Entscheidung
Die IHK Hamm sagt, die hohen Energiekosten und mögliche Versorgungsengpässe seien massive Standortnachteile für Deutschland. Das wirke sich sehr negativ auf die Wettbewerbsfähigkeiten auch der Hammer Unternehmen im internationalen Vergleich aus. Außerdem könne man das Ende der Atomkraftwerke auch aus der Perspektive des Klimaschutzes nicht nachvollziehen, sagt die IHK Hamm. Ohne die Atomkraftwerke müsse man mehr Strom von Stein- und Braunkohlekraftwerken benutzen. Das verursache wieder mehr CO². Man müsse aber die Wirtschaft klimaneutral umgestalten. Erneuerbare Energien würden zu langsam ausgebaut, außerdem müsste man jetzt weiter Kernenergie aus Frankreich importieren. Das werde auch Auswirkungen auf den Hammer Strommix haben, sagen die Stadtwerke Hamm. Solange Atomstrom ins deutsche Netz eingespeist werde, sei auch der Strom in Hamm nicht atomstromfrei.