
„Das stand in keinem Plan": Die Uli Becker Bonusfolge
Nur wenige Wochen nach der Aufnahme unseres Podcasts meldet sich bei Uli Becker ein alter Freund aus der Sportbranche – mit einer Bitte, die er so nicht kommen sah. In unserer Bonusfolge mit Simone Niewerth und Michael Knippenkötter erzählt er, wie aus dem überraschenden Anruf ganz schnell eine Zusage wurde, warum ausgerechnet Puma nach Adidas und Reebok die dritte große Marke in seiner Karriere wird.
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Eigentlich hatte Uli Becker seine jahrzehntelange Karriere in den Chefetagen der internationalen Sportartikelindustrie hinter sich gelassen. Der gebürtige Hammer arbeitete zuletzt als unabhängiger Berater und unterstützte junge Unternehmen. Nun steht er überraschend wieder an der Spitze einer weltweit bekannten Marke: Becker hat die interimistische Leitung des Nordamerika-Geschäfts von Puma übernommen.
Der Anruf, der alles veränderte
„Es ist etwas passiert, was in keinem Plan stand“, erzählt der gebürtige Hammer. Einige Wochen nach der Podcast-Aufnahme von WA und Lippewelle hat ihn ein langjähriger Weggefährte aus der Sportartikelbranche angerufen und gefragt, ob er sich vorstellen könne, vorübergehend die Geschäfte von Puma in Nordamerika zu führen. „Da war ich natürlich erst einmal sprachlos“, sagt Becker. Die Aufgabe sei deutlich größer gewesen als alles, womit er in dieser Lebensphase gerechnet habe.
Nach einem Gespräch mit seiner Frau fiel die Entscheidung dennoch schnell. „Am Ende habe ich gesagt: ‚Ja, ich mache das.‘“ Seitdem verantwortet Becker übergangsweise einen der wichtigsten Märkte des fränkischen Sportartikelherstellers.
Karriere-Stationen: Von Adidas zu Reebok
Dass Puma ausgerechnet auf den Hammer setzt, kommt nicht von ungefähr. Becker gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten deutschen Managern in der globalen Sportartikelbranche. Seine Karriere begann bei Adidas, wo er zahlreiche internationale Führungspositionen übernahm. Später wechselte er zu Reebok und führte die Marke als Präsident und CEO in Nordamerika.
Als Berater zurück ins Sportartikel-Business
Nach seiner Zeit im operativen Top-Management blieb Becker beruflich aktiv. Als unabhängiger Berater unterstützte er Unternehmen und Start-ups, pflegte sein Netzwerk und stand Führungskräften mit seiner Erfahrung zur Seite. Genau diese Verbindungen führten nun zur überraschenden Anfrage aus dem Puma-Umfeld.
Den heutigen Puma-Chef Arthur Höld kennt Becker seit mehr als 30 Jahren. Die beiden verbindet eine lange gemeinsame Geschichte aus Adidas-Zeiten. Bereits vor der aktuellen Berufung unterstützte Becker die damalige Nordamerika-Präsidentin von Puma informell als Sparringspartner. In regelmäßigen Gesprächen beriet er sie bei strategischen Fragen und half dabei, Prioritäten zu setzen.
Vom Sparringspartner zum Interims-Chef
Als eben jene Managerin nun ein Angebot eines anderen Unternehmens annahm und das Unternehmen verließ, musste Puma eine Lösung finden. Statt unter Zeitdruck einen dauerhaften Nachfolger zu bestimmen, fiel die Wahl auf Becker. Er soll das Geschäft stabil führen, bis eine langfristige Besetzung gefunden ist.
Adidas-Mann bei Puma: Kein Widerspruch für Becker
Eine besondere Note erhält die Geschichte durch Beckers enge Verbindung zu Adidas. In Folge 7 von „Hammer Stimmen“ hatte er sich selbst als „Drei-Streifen-Typ“ bezeichnet. Viele Jahre galt er als Adidas-Mann durch und durch. Der Wechsel zur traditionsreichen Konkurrenzmarke Puma mag deshalb zunächst überraschen.
Becker selbst sieht die Sache gelassen. Schließlich seien Adidas und Puma historisch eng miteinander verbunden. Beide Unternehmen gehen auf die Brüder Adolf und Rudolf Dassler zurück, die ihre Firmen nach einem Zerwürfnis getrennt voneinander aufbauten. „Wenn man schon für eine andere Mannschaft spielen will, dann vielleicht für Puma“, sagt Becker mit einem Augenzwinkern. Tatsächlich bestehen auch persönliche Verbindungen: Mit Michael Dassler, einem Enkel des Puma-Gründers Rudolf Dassler, ist der Hammer seit Jahrzehnten befreundet. Die Familien kennen sich seit vielen Jahren.