
Demokratieführerschein: Neues Projekt startet in Hamm
Die Volkshochschule Hamm startet das Projekt „Demokratieführerschein“, um Jugendlichen neue Wege der politischen Mitgestaltung aufzuzeigen. In Workshops an Hammer Schulen lernen die Schüler, wie sie ihre eigenen Anliegen erfolgreich vor lokalen Entscheidungsträgern vertreten können.
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Demokratie-Workshops an Schulen in Hamm
Das Projekt findet schulformübergreifend (ab dem 9.11.) an verschiedenen Standorten statt, darunter das Elisabeth-Lüders-Berufskolleg und das Märkische Gymnasium. Auch an der Arnold-Freymuth-Gesamtschule werden gleich zwei Durchgänge des Programms parallel angeboten. Grundsätzlich steht die Teilnahme auch Schülern anderer Bildungseinrichtungen offen, sofern diese sich für den Zeitraum vom regulären Unterricht befreien lassen. In den mehrtägigen Workshops entwickeln die Teilnehmer konkrete politische Anliegen für ihr direktes Umfeld. Ziel ist es, diese Forderungen später professionell gegenüber lokalen Politikern und Entscheidungsträgern zu kommunizieren.
„Ich bin komplett freiberuflich und selbständig. In der Tat bin ich bundesweit unterwegs und kann sagen, dass gerade die Hammer Volkshochschule da ein Vorreiter ist und mit extrem viel Leidenschaft agiert, um sowas möglich zu machen. Hamm ist da ein sehr, sehr schönes Beispiel.“ - Stefan von Zons, Freiberuflicher Demokratietrainer
Wege zur politischen Beteiligung
Das Konzept des Demokratieführerscheins stammt ursprünglich vom deutschen Volkshochschulverband und wurde speziell in Nordrhein-Westfalen weiterentwickelt. Es bietet jungen Menschen eine praktische Anleitung, um auf lokaler Ebene aktiv Veränderungen herbeizuführen und eigene Wünsche umzusetzen. Während der Projektwoche kommen externe Experten direkt in die Schulen, um ihr Wissen über politische Prozesse zu vermitteln. Dabei geht es weniger um die große Weltpolitik, sondern vielmehr um das direkte Handwerkszeug für die Gestaltung vor Ort. Die Jugendlichen erfahren praxisnah, wie sie Mehrheiten organisieren und ihre Meinung wirkungsvoll artikulieren können.
„Ich kann was ändern, wenn mich was stört; Wenn ich einen Wunsch habe; Wenn ich was möchte. Wir müssen nicht die große Welt verändern, wir müssen auch nicht die Welt retten, aber jeder von uns kann etwas verändern - und das wird dann in dieser Woche natürlich auch transportiert.“ - Stefan von Zons, Freiberuflicher Demokratietrainer
Demokratie als tägliche Aufgabe
Die Dringlichkeit solcher Projekte wird besonders durch aktuelle gesellschaftliche Bewegungen wie „GenZ regelt“ unterstrichen, die ein gewisses Misstrauen gegenüber etablierten politischen Strukturen zeigen. In Hamm wird dem Projekt eine so hohe Bedeutung beigemessen, dass einige Schulen sogar ihren normalen Zeitplan anpassen. So hat das Märkische Gymnasium beispielsweise die Klausurenphase der Oberstufe verschoben, um den Schülern die Teilnahme zu ermöglichen. Die Verantwortlichen betonen, dass Demokratie kein statischer Zustand ist, sondern immer wieder neu erlernt und verteidigt werden muss. Durch den Kontakt zu Lokalpolitikern erhalten die Schüler zudem einen direkten Einblick in die demokratische Entscheidungsfindung ihrer Heimatstadt.
„Die Demokratie ist die einzige Staatsform, die wir täglich neu lernen Müssen. Demokratie ist kein Selbstzweck; sie ist nicht einfach da! Und Demokratie verteidigen heißt in allererster Linie Demokratie lernen. Das kann man im Unterricht - Wir bringen nochmal eine andere Ebene rein.“ - Marco Düsterwald, Direktor der VHS Hamm