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Einmaliges Erlebnis in Hamm: Sturzgeburt auf der B63
© Robert Szkudlarek
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Einmaliges Erlebnis in Hamm: Sturzgeburt auf der B63

Das Krankenhaus war nur noch 5 Minuten, nur 1,6 Kilometer entfernt, als Mama Lisa es einfach nicht mehr aufhalten konnte. Baby Carlo wollte einfach nicht mehr warten und kam am 20. Juli kurzerhand mitten auf der Werler Straße im blauen VW Touran der Familie Kolberg aus Bergkamen zur Welt.

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Rasante Autofahrt nach Hamm

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Zuhause war noch alles in Ordnung, die Wehen seien alle 5 bis 10 Minuten gekommen. Also haben sie sich langsam auf den Weg nach Hamm gemacht - sind ja schließlich nur 25 Minuten. Die 33-jährige Lisa Kolberg arbeitet selbst in der Geburtshilfe der Uniklinik Münster, hat vor 1,5 Jahren schon das erste Kind bekommen und war deshalb ziemlich entspannt. "Aber sobald wir auf die Autobahn gefahren sind, gab es so einen enormen Switch der Schmerzen und der Wehen. Die Einleitungsphase kam so schnell, da habe ich nur noch gedacht: 'Scheiße, nicht im Auto, nicht im Auto!' und versucht, es irgendwie bis zum Krankenhaus zu schaffen", erzählt sie. Ehemann Felix habe gemerkt, wie schnell sich ihr Zustand veränderte, und versucht, so schnell wie möglich durch den Verkehr zu kommen:

„Ich war dann auch so im Tunnel, bin mit Dauer-Warnblinker und Lichthupe auf dem Seitenstreifen der Autobahn gefahren, habe alles aus dem Auto rausgeholt, was ging, und auch rote Ampeln gefühlt nicht mehr wahrgenommen. Das darf man eigentlich gar keinem erzählen, zum Glück ist nichts passiert.“ - Felix Kolberg
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Plötzliche Geburt auf der B63

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Nur noch 5 Minuten von den Johanniter-Kliniken entfernt, auf der Autobrücke zwischen McDonald's und der Westfalen-Tankstelle, ging dann aber gar nichts mehr. Baby Carlo wollte partout nicht mehr warten.

„Ich habe gemerkt, er kommt hier und jetzt, ich kann es nicht mehr aufhalten. Dann habe ich die Füße aufs Armaturenbrett gestellt, meinen Slip ausgezogen und nur ein oder zwei Mal gepresst." - Lisa Kolberg

Papa Felix hat während der Fahrt immer mal wieder rübergeschaut und die Dringlichkeit erkannt.

"Beim Blick rüber habe ich dann schon das Köpfchen in der Fruchtblase auf dem Sitz rausgucken sehen, habe sofort gebremst, die Handbremse angezogen, mit der einen Hand das Köpfen und mit der anderen den Po gegriffen, damit er nicht in den Fußraum fällt. Und dann war er auch schon da." - Felix Kolberg

Viel gedacht habe der 30-Jährige dabei nicht, es sei eine reine Instinkthandlung gewesen.

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Danach war die Erleichterung groß

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"Als ich gesehen habe: mein Mann hat den Kleinen aufgefangen, er schreit und die Fruchtblase ist geplatzt, alles ist super - da war ich einfach so erleichtert." - Felix Kolberg

Obwohl es 7.15 Uhr mitten im Berufsverkehr war, war die Werler Straße zu dem Zeitpunkt zum Glück leer, aber schon nach wenigen Minuten stauten sich die Autos. Eine Autofahrerin sei direkt zur Hilfe gekommen und habe eine Decke gebracht. Felix Kolberg hat dann selbst einen Krankenwagen gerufen, der auch schnell gekommen sei. Er hatte es ja schließlich nicht mehr weit.

„Ich durfte dann noch selbst die Nabelschnur durchschneiden, das war toll. Die waren wirklich super nett. Wir sind dann noch ins Krankenhaus gefahren und haben alles durchgecheckt, aber es war zum Glück alles in Ordnung." - Felix Kolberg
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Das werden sie so schnell nicht vergessen

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Nach nur einer Nacht im Krankenhaus durften Lisa und Carlo dann auch schon wieder zurück nach Hause zu Papa Felix und großer Schwester Tessa. Mittlerweile haben sie sich zu viert in ihrem Haus in Bergkamen schon ziemlich gut eingerichtet. Bis vor 3 Monaten haben sie noch in Hamm gewohnt. Die Situation können sie aber immer noch nicht so recht fassen.

"Wir sind die Strecke nach Hamm schon wieder ein paar Mal gefahren und tauschen uns dann aus: Ich erzähle ihm meine Sicht und er mir meine, aber es ist immer noch unwirklich." - Lisa Kolberg.
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