
Hamm: Baubeginn für Wasserstoff-Anlage in Uentrop stockt
Der Bau des geplanten Elektrolyseurs auf dem Trianel-Gelände in Hamm-Uentrop verzögert sich. Es fehlen noch verbindliche Zusagen von Abnehmern für den grünen Wasserstoff.
Veröffentlicht: Freitag, 27.03.2026 05:23
Betriebsvertrag für Anlage ist unterschriftsreif
Das Wasserstoffzentrum Hamm plant auf dem Gelände des Trianel-Gaskraftwerks in Uentrop eine Anlage mit 20 Megawatt Leistung. Eigentlich sollte der Elektrolyseur ab diesem Jahr grünen Wasserstoff für die Industrie und Mobilität in der Region herstellen. Auf eine Anfrage der CDU-Ratsfraktion teilte die Stadt nun mit, dass der Baubeginn derzeit stockt. Zwar sei der Vertrag zur Betriebsführung fertig, jedoch gebe es noch keine verbindliche Mindestvermarktungsquote durch lokale Abnehmer.
Elektrolyseur in Hamm soll mindestens 1.500 Tonnen jährlich liefern
Der regional produzierte Wasserstoff soll aus Windstrom von der Nordsee gewonnen werden und gilt damit als klimaneutral. Die lokale Erzeugung aus Überschussstrom könnte langfristig günstiger sein als Strom oder herkömmlicher Diesel – gerade mit Blick auf geopolitische Krisen und schwankende Energiepreise. Von der Anlage in Uentrop erhoffen sich unter anderem die Stadtwerke und der Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb Hamm (ASH) Planungssicherheit für die Umstellung ihrer Flotten auf klimafreundliche Antriebe.
Der Elektrolyseur in Uentrop soll überschüssigen Windstrom aus der Nordsee nutzen, um Wasserstoff herzustellen. Dieser sogenannte grüne Wasserstoff verursacht keine klimaschädlichen Emissionen. Mit einer Jahresproduktion von anfänglich rund 1.500 Tonnen soll die Anlage ein wichtiger Baustein für die Energiewende in der Region werden.
Stadtwerke planen Flotte mit 30 neuen H2-Bussen
Die Stadtwerke Hamm setzen im Nahverkehr massiv auf die neue Technologie. Bereits 2021 wurde beschlossen, die Hälfte der Busflotte auf Wasserstoff umzurüsten, da diese Fahrzeuge schneller tanken und aktuell größere Reichweiten als reine E-Busse bieten. Zurzeit laufen vier Busse im Probebetrieb, im Laufe dieses Jahres sollen 30 weitere Wasserstoff-Fahrzeuge ausgeliefert werden.
Autor: Rainer Wilkes