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Hamm: Einiges möglich in Rhynern
© Radio Lippewelle Hamm
Foto v.l.n.r. Marc Herter, Oberbürgermeister, Jens Boyer, Leiter, Zentralbibliothek, Frauke Frankemöller, immobilien-Management der Stadt Hamm, Andreas Mentz, Bauderzernent, Andreas Obering, Bezirksbürgermeister Rhynern
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Hamm: Einiges möglich in Rhynern

Im Stadtteil warten einige wichtige Projekte wie die Stadtbücherei auf die Umsetzung - die Sanierung der Rhynernhalle muss allerdings noch warten.

Veröffentlicht: Samstag, 17.01.2026 15:34

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Aus Kneipe wird Stadtbücherei

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Die Pläne sind schon seit längerem auf dem Tisch, nun soll es endlich ernst werden mit dem Umbau des historischen Bahnhofsgebäudes an der Unnaer Straße 15 in Rhynern (Foto). Ab März soll es losgehen, bestätigten sowohl Bezirksbürgermeister Harald Lemm als auch Oberbürgermeister Marc Herter (beide SPD), gegenüber der Lippewelle. Seit der Schließung der Kneipe von Franz „Fenne“ Rehbein und des Restaurants "Zum Klosterfeld" verfällt vor allem auch das Gelände rund um das Gebäude zusehends. Mit dem Beginn der Bauarbeiten soll nun auch dort aufgeräumt werden. Veranschlagt sind rund 2,8 Millionen Euro. In dem Gebäude soll nicht nur die Bücherei Platz finden, sondern es soll auch ein kleines Café geben und Räume, in denen sich kleinere Vereine treffen können.

"Wir haben ja in Rhynern leider auch ein "Kneipensterben" zu verzeichnen und damit fehlen auch Veranstaltungsräume für Treffen der vielen Vereine, die wir hier ja zum Glück noch haben. Hier kann die neue Bezirksbücherei Abhilfe schaffen" - Harald Lemm, Bezirksbürgermeister Rhynern

Parallel ist auf dem benachbarten Grundstück der Bau eines Mehrfamilienhauses vorgesehen, so dass auch an dieser Stelle neuer Wohnraum geschaffen wird. Der Bauantrag liegt bereits vor.

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Rhynernhalle in Hamm "auf Platz 3" der Planung

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Die Rhynernhalle muss dringend saniert werden: bei dieser Feststellung besteht in der politischen Landschaft in Hamm weitgehend Konsens. Wie bei allen Projekten hängt die Umsetzung allerdings am Geld. Man habe die Halle auf dem Schirm, betont Oberbürgermeister Marc Herter, und es würden dafür sicherlich auch Mittel zur Verfügung stehen - allerdings nicht sofort. Auf der Liste der Großsporthallen in Hamm, die grundlegend auf Vordermann gebracht werden mussten und müssen rangiert auf Platz 1 die neu errichtete Dreifachsporthalle an der Sophie-Scholl-Gesamtschule in Bockum-Hövel. Als nächstes stehe die Sanierung der Glückauf-Halle in Herringen an, so der OB. Hier geht es vor allem auch um den Rollhockeybetrieb des SK Germania Herringen. Die Planungen für die grundlegende Modernisierung der Rhynernhalle sollen laut Herter noch in diesem Jahr starten. Die Umsetzung benötige allerdings noch Zeit. Man werde von Seiten der Stadt aber alles daran setzen, die . Vor kurzem hatten die Volleyballer von SV Westfalia Rhynern vernünftige Markierungen auf dem Boden angemahnt. Der Boden müsse möglicherweise noch vorher irgendwie saniert werden, richtet die stv. Bezirksbürgermeisterin Claudia Breer, CDU, klare Worte an die Stadt.

"Die Rhynernhalle ist für das Dorf und den Stadtteil unverzichtbar und es besteht ein hoher Sanierungsbedarf. Da kommt man auch nicht mit einer Million aus" - Claudia Breer, stv. Bezirksbürgermeisterin, Rhynern

Der Sanierungsbedarf der Halle sei enorm, so Breer, angefangen vom Boden über die niedrige Decke bis hin zu den alten Sanitäranlagen. Sie könne auch nicht beurteilen, ob ein kompletter Neubau sinnvoller sei - klar sei nur, dass so schnell es möglich sei, etwas geschehen müsse, da sei sich die Bezirksvertretung einig. Man hoffe, dass es noch in der laufenden Legislaturperiode mit der längerfristigen und kostenintensiven Baumaßnahme losgehe.

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Neues Baugebiet in Hamm soll kommen

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Im Stadtbezirk Rhynern besteht wie auch im Rest der Stadt und landesweit der Bedarf nach Wohnraum. Deshalb sei es dringend notwendig, dass das Baugebiet "Dierhagenweg südlich des Bahnhaltepunktes Westtünnen schnell in die Planung gehe, so Bezirksbürgermeister Harald Lemm. Auf über 60 Hektar könnten über 700 Wohneinheiten entstehen, darunter Einzel- und Mehrfamilien sowie Reihenhäuser. Ihm sei durchaus bewusst, dass das Vorhaben polarisiere, so Lemm. Die Gegner sähen ökologische Folgeschäden und auch den Bedarf nicht, die Befürworter die großen Potenziale und Chancen, vor allem auch unter dem Aspekt des demografischen Wandels.

"Das Baugebiet ist eine ganz große Chance für unseren Stadtbezirk. Es geht um Familien, aber auch um ältere Menschen, da geht es auch um barrierefreie Angebote." - Harald Lemm, Bezirksbürgermeister Rhynern

Der Stadtbezirk Rhynern sei gemeinsam mit Uentrop der am meisten überalterte Stadtebezirk in Hamm, so Lemm. Auch deshalb sei das Baugebiet so wichtig, das ja auch gefördertes Wohnen vorsehe. Für ihn gehe es nun auch darum, politische Mehrheiten für das Projekt zu organisieren. Die ersten Vorarbeiten seien von der Stadt bereits geleistet worden, so Lemm. Er rechne mit einem Baustart im Jahr 2028/29.

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Kaputte Straße in Hamm muss warten

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Der Südfeldweg als wichtige Verbindung zwischen dem Dorf Rhynern und Westtünnen ist aufgrund der Bauarbeiten für den Bahnhaltepunkt an vielen Stellen eine Buckelpiste. Zudem ist die Fahrbahn eng und es gibt keine Abgrenzung für Radfahrer. "Hier müssen wir alle weiter Geduld haben", betont Bezirksbürgermeister Harald Lemm. Die Straße könne erst grundlegend neu gestaltet werden, wenn das Wohngebiet "Dierhagenweg" stehe. Vorher würde das keinen Sinn machen, da für die Erschließung des Baugebietes ja erneut schwere Fahrzeuge dort unterwegs sein würden. Bis dahin müssten sich vor allem die Radler in Rhynern leider mit der vorhandenen Infrastruktur zwischen Rhynern und Westtünnen zufriedengeben.

Autorin: Ute Hien

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