
Hamm: Gewerkschaft kritisiert massives Müll-Chaos
Die Gewerkschaft komba schlägt Alarm wegen der anhaltenden Probleme bei der Hammer Müllabfuhr. Eine neue Tourenplanung sorgt für verspätete Leerungen und massive Überlastung der Beschäftigten.
Veröffentlicht: Freitag, 17.04.2026 05:21
Neue Tourenplanung führt zu Problemen in Hamm
Seit dem 1. Januar 2026 kommt es bei der Abfallwirtschaft Hamm zu erheblichen Schwierigkeiten. Eine neue Tourenplanung sorgt dafür, dass Müll in verschiedenen Fraktionen verspätet oder teilweise gar nicht abgeholt wird. Besonders problematisch ist aus Sicht der komba Gewerkschaft, dass die Umstellung ausgerechnet zu einer Zeit erfolgte, in der zusätzlich Winterdienst und Weihnachtsbaumabfuhr bewältigt werden mussten. Die neue Planung war bereits seit Monaten bekannt, wurde jedoch erst zum Jahresbeginn eingeführt.
Beschäftigte in Hamm werden unfair belastet und angegriffen
Die Konsequenzen der Fehlplanung treffen vor allem die Mitarbeiter auf den Müllfahrzeugen und in den Beschwerdestellen. Sie stehen täglich unter enormem Druck und müssen sich mit dem berechtigten Unmut der Bürger auseinandersetzen. Dabei erleben sie zunehmend Beschimpfungen, Beleidigungen und persönliche Angriffe. Besonders problematisch sind öffentliche Bloßstellungen in sozialen Medien durch Film- und Fotoaufnahmen von Bürgern. Trotz dieser Belastungen arbeiten die Kollegen an der Grenze ihrer Möglichkeiten, machen Überstunden und versuchen mit großem Engagement, die Mängel der Tourenplanung aufzufangen.
Gewerkschaft fordert sofortiges Handeln von der Stadtspitze in Hamm
"Bei einem derart sensiblen und tiefgreifenden Eingriff in die Abläufe hätte es einer frühzeitigen und sorgfältigen Einführung bedurft. Stattdessen wurde die Umsetzung in eine ohnehin hochbelastete Phase verschoben" - Thorsten Schwark, Vorsitzender komba Gewerkschaft OV Hamm.
Die komba Gewerkschaft sieht die Verantwortung klar bei den Entscheidungsträgern und nicht bei den ausführenden Kräften. Die Notwendigkeit der Tourenanpassung ergab sich durch die Anschaffung neuer, kleinerer Fahrzeuge, um riskante Rückwärtsfahrten in engen Straßen zu vermeiden. Die Gewerkschaft fordert eine umgehende, grundlegende Überarbeitung der Tourenplanung sowie klare Rückendeckung für die Beschäftigten. Gleichzeitig appelliert sie an die Öffentlichkeit, respektvoll mit den Mitarbeitern umzugehen, da diese Teil der Lösung und nicht des Problems seien.
Autorin: Jacqueline Schlüsener