
Hamm hat genug Pflegeplätze
Die Stadt Hamm hat bis voraussichtlich 2029 ausreichend Pflegeplätze. Der Stadtrat soll deshalb im Oktober die strengen Vorgaben für den Bau neuer Heime abschaffen.
Veröffentlicht:
Kein Bedarf für neue stationäre Einrichtungen in Hamm
In Hamm gibt es laut der aktuellen Pflegebedarfsplanung bis zum Jahr 2029 genug Plätze in Alten- und Pflegeheimen. Weil das Angebot gesichert ist, will die Stadt die sogenannte verbindliche Bedarfsplanung beenden. Darüber stimmt der Rat Mitte Oktober ab. Bisher mussten mögliche Investoren nachweisen, dass ihre geplanten Plätze in Hamm auch wirklich gebraucht werden, um bauen zu dürfen. Seit 2015 nutzte Hamm die gesetzliche Möglichkeit, eine verbindliche Planung vorzuschreiben. Ab sofort gilt wieder die Standard-Regelung des Landes NRW: Die Stadt erstellt Analysen, die lediglich empfehlenden Charakter für den Pflegemarkt haben.
Strenge Vorgaben für Neubauten fallen weg
Für die Stadt bedeutet der Schritt weniger Bürokratie, da ohnehin keine Überkapazitäten auf dem Markt drohen. Laut Verwaltung gab es seit der Corona-Pandemie keine ernsthaften Anfragen mehr für den Bau neuer Pflegeeinrichtungen. Gründe dafür seien unter anderem erschwerte Finanzierungsbedingungen und der akute Mangel an Pflegekräften. Zukünftig wird die Stadt nur noch alle zwei Jahre einen unverbindlichen Infrastrukturbericht veröffentlichen.
Pflege-Bericht in Hamm künftig alle zwei Jahre
Die Verwaltung wird diesen künftigen Pflegebericht weiterentwickeln. Neben klassischen Pflegeheimen sollen dann auch betreute Wohngemeinschaften für Senioren erfasst werden, da hier der Beratungsbedarf im Vorfeld von Gründungen zuletzt stark gestiegen ist.
Seit 2015 nutzte Hamm die gesetzliche Möglichkeit, eine verbindliche Planung vorzuschreiben. Damit sollte gesteuert werden, dass nur dort gebaut wird, wo der Bedarf nachweislich besteht. Ab sofort gilt wieder die Standard-Regelung des Landes NRW: Die Stadt erstellt Analysen, die lediglich empfehlenden Charakter für den Pflegemarkt haben.
Mehr Pflegebedürftige, weniger stationäre Versorgung
In Hamm hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen seit 2017 verdoppelt auf jetzt über 13.000. Das liegt vor allem an der Ausweitung des Pflegebegriffs auf Menschen mit kognitiven Einschränkungen. Seit 2019 werden außerdem auch Menschen mit dem Pflegegrad 1 in der Statistik erfasst. Die meisten werden zu Hause betreut (86 Prozent), auch mit Hilfe von mobilen Pflegediensten, die übrigen in Einrichtungen. Ihre Zahl hat sich durch die Pflegereform sogar etwas verringert. In Hamm werden insgesamt 28 Pflegeheime angeboten.
Stadt Hamm spart Geld
Das spart der Stadt Hamm übrigens auch Geld. Denn die Kosten für die sogenannte Hilfe zur Pflege sind in den letzten zwei Jahren drastisch gestiegen. Bundesweit um rund ein Drittel auf sechs Milliarden Euro im Jahr 2025. Das meldet aktuell der Städte-und Gemeindebund. Städte und Gemeinden springen ein, wenn Pflegebedürftige den Eigenanteil für ihr Pflegeheim nicht mehr bezahlen können. Die Städte und Gemeinden fordern deswegen, dass der Eigenanteil für Pflegebedürftige gedeckelt wird.
Autor: Rainer Wilkes