
Hamm: Nasser Februar nach trockenem Winter 2026
Der Februar 2026 brachte der Region Hamm überdurchschnittlich viel Niederschlag – im Gegensatz zum viel zu trockenen Winter. Emschergenossenschaft und Lippeverband melden für das Lippe-Gebiet 8mm mehr Regen als im langjährigen Mittel.
Veröffentlicht: Mittwoch, 04.03.2026 14:34
Nasser Februar in Hamm nach trockenem Winterstart
Nach einem außergewöhnlich trockenen Start in den meteorologischen Winter hat der Februar 2026 in der Region Hamm für überdurchschnittliche Niederschlagsmengen gesorgt. Die aktuellen Auswertungen von Emschergenossenschaft und Lippeverband zeigen für das Lippe-Gebiet eine Niederschlagssumme von 61,3 mm im vergangenen Monat. Das sind etwa 8mm mehr als der langjährige Durchschnittswert von 53mm für den Februar. Im benachbarten Emscher-Gebiet fielen sogar 63,5mm Niederschlag, während hier normalerweise nur 56mm zu erwarten gewesen wären.
Die regionalen Wasserwirtschaftsverbände dokumentieren diese Werte im Rahmen ihrer kontinuierlichen Überwachung der Niederschlagssituation. Als erste Bilanz des im Oktober 2025 begonnenen Wasserwirtschaftsjahres zeigt der Februar damit eine positive Entwicklung nach den extrem niederschlagsarmen Wintermonaten. Die Messstationen der beiden Verbände erfassen systematisch alle Niederschläge in ihren jeweiligen Einzugsgebieten und erstellen daraus verlässliche Monats- und Jahresbilanzen.
Extreme Werte: Von Billmerich bis Harsewinkel
Die Spannbreite der gemessenen Niederschlagsmengen in der Region war im Februar beträchtlich. Die niedrigste Monatssumme wurde an der Messstation der Kläranlage Unna-Billmerich im Einzugsgebiet des Lippeverbandes mit 48,4mm erfasst. Am anderen Ende der Skala registrierte die Station am Pumpwerk Dorsten-Harsewinkel, ebenfalls im Lippeverbandsgebiet, die höchste Niederschlagssumme mit 78,1mm. Diese Differenz von knapp 30mm zwischen den Messstationen verdeutlicht die kleinräumigen Unterschiede bei den Niederschlägen in der Region.
Besonders markant war dabei der 23. Februar 2026, an dem die höchsten Tagessummen in beiden Verbandsgebieten erreicht wurden. An der Station Pumpwerk Herne-Horsthausen im Emscher-Gebiet fielen an diesem Tag maximal 18,4mm Niederschlag. Im Lippe-Gebiet wurde sogar eine Tageshöchstsumme von 19,5mm an der Station Kläranlage Dorsten-Wulfen gemessen. Diese intensiven Niederschläge markierten das Ende einer niederschlagsreichen Phase, die ab der zweiten Februarhälfte eingesetzt hatte und bis zum 23. Februar anhielt.
Wasserwirtschaftlicher Winter bleibt zu trocken
Trotz des überdurchschnittlich nassen Februars fiel der gesamte meteorologische Winter 2025/2026 in der Bilanz zu trocken aus. Verantwortlich dafür war insbesondere der deutlich unterdurchschnittliche Dezember 2025, der die positiven Effekte von Januar und Februar nicht ausgleichen konnte. In der Summe der drei Wintermonate erreichte das Emscher-Gebiet nur 160mm Niederschlag bei einem langjährigen Mittelwert von 197mm. Im Lippeverbandsgebiet fielen 151mm statt der normalerweise erwarteten 186mm.
Diese Entwicklung zeigt die anhaltenden Herausforderungen für die regionale Wasserwirtschaft auf. Die beiden Wasserwirtschaftsverbände beobachten diese Trends genau, da sie direkte Auswirkungen auf die Gewässerpegel, die Grundwasserneubildung und die Bewirtschaftung der Flusseinzugsgebiete haben. Mit ihren umfangreichen Messnetzen dokumentieren Emschergenossenschaft und Lippeverband kontinuierlich die Niederschlagsentwicklung und können so rechtzeitig auf veränderte Bedingungen reagieren.
Zwei starke Partner der regionalen Wasserwirtschaft
Emschergenossenschaft und Lippeverband gehören zu den bedeutendsten Wasserwirtschaftsunternehmen Deutschlands und prägen seit über einem Jahrhundert die Region. Die 1899 gegründete Emschergenossenschaft kümmert sich um die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie den Hochwasserschutz. Der 1926 gegründete Lippeverband bewirtschaftet das Flusseinzugsgebiet der Lippe im nördlichen Ruhrgebiet und realisierte unter anderem den naturnahen Umbau des Lippe-Zuflusses Seseke.
Gemeinsam beschäftigen beide Verbände rund 2.000 Mitarbeiter und gelten als Deutschlands größter Abwasserentsorger und Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Ihr Verantwortungsbereich umfasst rund 782 Kilometer Wasserläufe, etwa 1.533 Kilometer Abwasserkanäle, mehr als 500 Pumpwerke und 59 Kläranlagen. Als öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsunternehmen leben sie das Genossenschaftsprinzip als Leitidee ihres Handelns und tragen maßgeblich zur nachhaltigen Wasserwirtschaft in der Region bei.