
Hamm: Neues Werkquartier soll hunderte Handwerksjobs bringen
Auf dem ehemaligen Zechengelände Heinrich Robert in Pelkum und Herringen sollen sich in großem Stil Handwerker ansiedeln. Das sogenannte "Werkquartier" könnte Dutzende Betriebe aufnehmen und mehrere hundert Arbeitsplätze schaffen. Stadt, IHK, Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft haben die Pläne am Donnerstag, 8.10. vorgestellt.
Veröffentlicht:
Hallen, Werkstätten und Büros zur Miete in Hamm
Geplant sind moderne Hallen, Werkstätten und Büros, die Handwerksbetriebe mieten können. Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer, erwartet vom Werkquartier viel: "Sehr kompakt, sehr komprimiert, und wir versprechen uns davon einen neuen Impuls für das Handwerk hier in Hamm und weit darüber hinaus."
Mehr Platz und neue Synergien für Handwerksbetriebe in Hamm
Der Bedarf für das "Werkquartier" ist laut Stadt und Handwerkskammer groß. Viele der über 1.300 Betriebe in der Stadt haben aktuell Platzmangel oder sitzen in engen Hinterhöfen fest. Eine Umfrage hat ergeben, dass 14 Prozent der Handwerksbetriebe sich verändern wollen. In Hamm wären das rund 200. Schröder setzt außerdem auf Synergieeffekte, zum Beispiel wenn Heizungsbauer und Elektriker bei der Installation von Wärmepumpen zusammenarbeiten.
"Wir stellen im Handwerk fest, dass sich viele unserer Berufe erheblich verändern. Nehmen Sie das Thema Wärmepumpe, das Thema Smart Home. Dadurch, dass an diesem Standort verschiedene Gewerke zusammen in einem Gebäude tätig werden, versprechen wir uns sehr viel Interaktion zwischen den unterschiedlichen Handwerksbetrieben. Und dadurch kann noch mal ein Innovationsimpuls entstehen." - Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer
Bau in Einzellosen statt durch einen Generalunternehmer in Hamm
Auch der Bau des Werkquartiers soll schon wirtschaftliche Impuls bringen. Rund 43 Millionen Euro fließen in das Projekt, der Großteil aus dem 5-Standorte-Programm für ehemalige Kohlegebiete. Dem Handwerk war auch wichtig, wie gebaut wird. Das Bauwerk wird in Einzellosen ausgeschrieben. "Es wäre ja geradezu absurd gewesen, wenn man einen Handwerkerhof errichtet, der von einem Generalunternehmer gebaut worden wäre", so Schröder. "Insofern freuen wir uns sehr, dass die Stadt Hamm diesen Impuls aufgenommen hat."
Hamm: Gute Arbeit für Pelkum und Herringen
Die Stadt und die Bezirksbürgermeister hoffen auf starke Impulse für Pelkum und Herringen. Oberbürgermeister Marc Herter erinnert daran, dass auf der Zeche früher viele tausend Menschen gearbeitet haben:
"Wir haben im Westen noch große Metallbetriebe, aber die Kohle, sie ist uns verloren gegangen, und wir setzen in dieser Region auf die kleinen und mittelständischen Unternehmen, auf das Handwerk. Da entsteht die neue Arbeit, die Arbeit, von der man auch leben kann
Platz für Existenzgründer in Hamm
Auch für den Weg in die Selbstständigkeit soll das Werkquartier eine Chance bieten. Nicht jeder Handwerker, der seinen Meisterbrief in der Tasche hat und sich selbstständig machen will, kann sofort Eigentum erwerben. "Und die wollen wir an dieser Stelle zusätzlich fördern", sagt Herter.
"Wir haben uns gerne mit der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer zusammengeschlossen und gesagt: Lass uns überlegen, wie wir es hinkriegen können, dass zumindest einige hundert Menschen dort wieder in Arbeit kommen können, und zwar in gute Arbeit." - Marc Herter, Oberbürgermeister
Erste Betriebe Anfang der 2030er-Jahre in Hamm
Die ersten Betriebe sollen Anfang der 2030er-Jahre einziehen. "Da ist viel Erde zu bewegen, da sind viele Steine übereinander zu bringen", sagt Herter. "Ich rechne damit, dass Anfang der 30er Jahre dort die entsprechenden Immobilien stehen und die ersten Handwerkerinnen und Handwerker einziehen können."