
Hamm schafft mehr Platz für die Knoblauchkröte
In den Hammer Lippeauen entstehen zwei neue Teiche für die bedrohte Knoblauchkröte. Die Arbeiten sind Teil eines europaweit geförderten Naturschutzprojekts.
Veröffentlicht:
Zwei neue Laichgewässer in den Lippeauen
In den Hammer Lippeaune wird in der kommenden Woche weiter am Schutz der Knoblauchkröte gearbeitet. Zwischen dem Friedhof Werries und Haus Uentrop nahe der Zollstraße werden zwei neue Teiche angelegt. Sie sind jeweils etwas mehr als 200 Quadratmeter groß und sollen Amphibien künftig als Laichgewässer dienen. Zusätzlich wird ein bereits vorhandener Teich, der über die Jahre verlandet ist, wieder ausgebaggert. Damit soll auch dieses Gewässer erneut als Lebensraum nutzbar werden.
Europäisch gefördertes Projekt
Während der Bauarbeiten kann es im Bereich des Lippeauenpfades südlich von Schloss Oberwerries für Radler oder Spaziergänger kurzfristig zu Einschränkungen kommen. Die Maßnahmen in Hamm sind Teil des geförderten Projekts „Atlantische Sandlandschaften“. Ziel ist es, Lebensräume für bedrohte Arten zu erhalten und zu verbessern. Für das auf elf Jahre angelegte Projekt stehen insgesamt 16,875 Millionen Euro zur Verfügung. 60 Prozent der Mittel kommen von der Europäischen Union, die übrigen Anteile tragen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.
Warum die Knoblauchkröte Hilfe braucht
Die Knoblauchkröte ist besonders geschützt und in Nordwestdeutschland gefährdet. Sie braucht offene Landschaften mit sandigen Böden und ausreichend lang wasserführende Stillgewässer für die Fortpflanzung. Die Knoblauchkröte macht ihrem Namen tatsächlich alle Ehre: Wenn sie sich bedroht fühlt, kann sie ein Sekret absondern, das nach Knoblauch riecht. In Hamm wurden in der Vergangenheit bereits ähnliche Teiche angelegt.. An dem Projekt arbeiten unter anderem die Bezirksregierung Münster, die Stadt Hamm und die Biologische Station ABU Soest zusammen. Die Stadt hat dafür auch eigene Flächen zur Verfügung gestellt. Auch andere Tier- und Pflanzenarten können von den zusätzlichen Gewässern profitieren.