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Hamm: Sprachtherapie für Erstklässler
© AOK Colourbox hfr
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Hamm: Sprachtherapie für Erstklässler

Jeder fünfte Schulanfänger in Hamm hat 2024 eine Sprachtherapie gemacht, berichtet die AOK. Jungen sind häufiger dabei als Mädchen.

Veröffentlicht: Dienstag, 17.02.2026 04:50

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Hohe Quote bei Schulanfängern in Hamm

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Eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest zeigt alarmierende Zahlen für Hamm: 20,7 Prozent der sechsjährigen Schulanfänger bekamen 2024 rund um den Schulbeginn eine Sprachtherapie. Das bedeutet, dass für jeden fünften Erstklässler nicht nur das Lesen, Rechnen und Schreiben auf dem Lehrplan stand, sondern auch das richtige Sprechen. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind dabei erheblich: Jungen waren mit 24,2 Prozent deutlich häufiger betroffen als Mädchen mit 17,5 Prozent. AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock betont die Bedeutung der Therapien: 

"Logopädie kann Kindern helfen, sich besser auszudrücken, selbstbewusster zu werden und Anschluss in der Kita oder Schule zu finden." Jörg Kock, AOK-Serviceregionsleiter
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Sprachstörungen bei Kindern in Hamm

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Sprachstörungen bei Kindern äußern sich auf unterschiedliche Weise und können verschiedene Ursachen haben. Sehr häufig treten Artikulationsstörungen auf, bei denen Kinder Laute nicht richtig bilden können. Sind zusätzlich Satzbau und Wortschatz betroffen, liegt möglicherweise eine Sprachentwicklungsstörung vor. Die offensichtlichste Form sind Redeflussstörungen wie Stottern mit Sprechblockaden und angestrengten Wiederholungen oder Poltern durch sehr undeutliches, schnelles Sprechen. Frühzeitiges Erkennen dieser Störungen ist entscheidend, um die Kommunikationsfähigkeit des Kindes zu verbessern.

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Therapiebedarf vor dem Schulstart in Hamm

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Die Zahlen zeigen, dass der Therapiebedarf bereits vor dem eigentlichen Schulstart deutlich sichtbar wird. Bei vierjährigen Kindern in Hamm erhielten bereits 6,5 Prozent der Jungen eine Sprachtherapie, bei den Mädchen lag der Anteil bei 3,3 Prozent. Den Höhepunkt erreicht die Inanspruchnahme im Alter von sechs Jahren bei beiden Geschlechtern. "Die Fähigkeit, sich auszudrücken und zu kommunizieren, beeinflusst das Lernen, die Interaktion mit anderen und das Selbstvertrauen eines Kindes", erklärt Kock. Nach dem Schuleintritt nimmt der Anteil der Kinder, die eine Sprachtherapie erhalten, wieder ab.

"Die Fähigkeit, sich auszudrücken und zu kommunizieren, beeinflusst das Lernen, die Interaktion mit anderen und das Selbstvertrauen eines Kindes." - Jörg Kock, AOK-Serviceregionsleiter
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Prävention als wichtiger Baustein in Hamm

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Über die Ursachen der hohen Verordnungszahlen wird in der Fachwelt seit Jahren diskutiert. Eine Erklärung könnte sein, dass sich die altersangemessenen sprachlichen Fähigkeiten der Kinder verschlechtert haben. Gleichzeitig beobachten Experten einen Wandel der Anforderungen von Schule und Elternhaus an die Kinder. Auch das ärztliche Diagnoseverhalten unterliegt kontinuierlichen Veränderungen. Kock betont die Bedeutung der Prävention. Auch wenn Sprachtherapien helfen könnten, Defizite der kindlichen Entwicklung positiv zu beeinflussen, sollten präventive Maßnahmen in Kindergärten und Schulen sowie im Elternhaus nicht unterschätzt werden. Als Beispiele nennt er gemeinsames Lesen oder Vorlesen statt Fernsehen, um Entwicklungsstörungen schon in frühen Jahren vorzubeugen.

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