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Präsidentin der HSHL Prof. Dr.-Ing. Kastell und Präsident der Handwerkskammer Berthold Schröder
© Radio Lippewelle Hamm
Präsidentin der HSHL Prof. Dr.-Ing. Kastell und Präsident der Handwerkskammer Berthold Schröder
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Hamm und Region: Handwerker werden teurer

Gute und schlechte Nachrichten für alle, die einen Handwerker brauchen: Die Wartezeiten in Hamm und der Region gehen leicht zurück, dafür steigen in vielen Gewerken die Preise. Stimmung im lokalen Handwerk bleibt insgesamt aber stabil.

Veröffentlicht: Mittwoch, 29.04.2026 05:20

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Wartezeit für Handwerker in Hamm sinkt

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Wer in unserer Region einen Handwerker sucht, kommt aktuell etwas schneller zum Zug. Laut der neuesten Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Dortmund liegt die durchschnittliche "Auftragsreichweiter" bei rund sieben Wochen - vor einem Jahr waren es noch acht. Gleichzeitig müssen Kunden aber tiefer in die Tasche greifen. Jeder zweite Betrieb hat seine Preise bereits angezogen, 40 Prozent planen für das kommende Halbjahr weitere Erhöhungen. Besonders betroffen von den Preissteigerungen ist aktuell das Kfz-Handwerk.

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Hohe Energiepreise und Lohnnebenkosten treiben die Kosten

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Die Hauptgründe für die Preissteigerungen sind laut Handwerkskammer die hohen Energiepreise und Lohnnebenkosten. Letztere machen mittlerweile über 40 Prozent des Stundenlohns aus. Kammerpräsident Berthold Schröder aus Hamm fordert daher Entlastungen durch die Politik. Trotz der Herausforderungen bewerten gut 80 Prozent der Handwerker ihre wirtschaftliche Lage als gut bis befriedigend. Kreishandwerksmeister Christoph Knepper betont, dass die Stimmung in Hamm und den Kreisen Soest und Unna sogar merklich besser sei als im engeren Ruhrgebiet.

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Weniger Jugendliche wählen Ausbildung im Handwerk

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Ein Sorgenkind bleibt der Nachwuchs. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist im Kammerbezirk zuletzt um knapp drei Prozent gesunken. Zwar rechnet die Kammer durch die Umstellung von G8 auf G9 an den Gymnasien und den damit fehlenden Abitur-Jahrgang in diesem Sommer nur mit geringen Auswirkungen. Dennoch fällt es vielen Betrieben schwer, wieder an die Ausbildungszahlen der Vor-Corona-Zeit anzuknüpfen.

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Baubranche spürt Aufwind

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Die wirtschaftliche Lage unterscheidet sich je nach Gewerk stark. Im Baugewerbe hellt sich die Stimmung dank neuer Baugenehmigungen wieder auf. Das Ausbaugewerbe profitiert zudem massiv von der Nachfrage nach Photovoltaik, Dämmungen und Wärmepumpen. Bei personenbezogenen Dienstleistungen, wie etwa Friseuren, ist die Lage zwar stabil, aber die Kunden sparen: Viele zögern den Friseurbesuch laut Kammerpräsident Schröder nun etwas länger hinaus.

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