
Hamm will Stadt der Seepferdchen werden
Jedes Kind in Hamm soll bis zum Ende der Grundschule schwimmen können. Dafür wollen SPD und FDP die Schwimmausbildung gemeinsam mit Partnern in der Stadt aktiv werden.
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Mehr Übungsleiter für den Schwimmunterricht in Hamm
Hamm will die Stadt der Seepferdchen werden. Der Plan: Jedes Kind in Hamm soll bis zum Ende der Grundschule schwimmen können. SPD und FDP haben dafür gemeinsam mit dem Stadtsportbund, dem Maximare, den Stadtwerken und Vereinen ein Konzept entwickelt. Unter anderem sollen Kitas und Schulen gezielter angesprochen und die Zeiten in den Bädern angespasst werden. Vor allem brauche Hamm aber mehr Menschen, die Kinder im Schwimmen ausbilden, sagt FDP-Ratsherr Ingo Müller. Schwimmen sei nicht nur ein Sport, sondern eine unverzichtbare Lebenskompetenz.
"Schwimmen ist ein Basic, genauso wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Wir wollen alles versuchen hier in Hamm, dass jedes Kind bis zum 10. Lebensjahr schwimmen kann." - Ingo Müller, Ratsherr FDP
Hamm: Weniger als die Hälfte der Kinder haben Seepferdchen
Hamm stehe aber deutlich besser dar als der Bundes- und Landesschnitt. Mit drei Hallenbädern, zwei Freibädern, dem Maximare sowie elf Lehr- und Kleinschwimmhallen verfüge die Stadt über eine gute Bäderlandschaft, heißt es. Etwa 40 Prozent der Kinder in Hamm haben das Frühschwimmerabzeichen "Seepferdchen". Rund 30 Prozent haben das Schwimmabzeichen in Bronze, Silber oder Gold erhalten. Diese Ausgangslage wolle man konsequent nutzen anstatt sich auf ihr auszuruhen.
"Jedes Kind sollte schwimmen lernen, weil wir noch genug Unfälle in Deutschland haben, auch in Hamm ist einiges vorgefallen. Kinder sollten sich eigenständig helfen können, wenn zum Beispiel die Eltern nicht aufpassen - und das passiert zu oft." - Patric Quos, Sportpolitischer Sprecher SPD
Badeunfälle in Hamm
Die fehlende Aufsichtspflicht ist auch in Hamm immer wieder diskutiert. Im April 2025 ist ein sechsjähriger Junge tödlich im Schwimmbad verunglückt. Im Juni 2026 musste ein Kleinkind reanimiert werden. Die DLRG verzeichnete für das Jahr 2025 bundesweit mindestens 393 tödliche Badeunfälle, davon 48 in Nordrhein-Westfalen. Auffällig ist die Entwicklung bei den Jüngeren: In den Altersgruppen der 11- bis 30-Jährigen stieg die Zahl der Todesfälle von 51 auf 73.
Autorin: Irina Neufeld