
Hammer Spediteur schlägt Alarm: Dieselpreis-Schock droht
Der Iran-Krieg lässt die Dieselpreise in Deutschland in Richtung der kritischen 2-Euro-Marke steigen, oder sogar darüber. Auch in Hamm spüren Unternehmen die Auswirkungen. Hammer Spediteur Frank Jäschke bereitet seine Kunden bereits auf mögliche Preiserhöhungen vor, während seine Firma monatlich 110.000 Liter Diesel verbraucht.
Veröffentlicht: Donnerstag, 05.03.2026 04:43
Diesel in Hamm immer teurer
Die Auswirkungen des Iran-Kriegs machen sich auch an den Hammer-Tankstellen bemerkbar. Während die Dieselpreise bundesweit zum ersten Mal seit 2022 wieder die 2-Euro-Marke im Tagesdurchschnitt erreichen könnten, liegen sie in Hamm noch knapp darunter. Für viele Unternehmen der Region wird die Entwicklung jedoch zunehmend zu einem ernsten Problem. Die steigenden Kraftstoffkosten belasten besonders transport- und logistikintensive Betriebe, die auf günstige Dieselpreise angewiesen sind. Experten sehen in der aktuellen Preisentwicklung eine direkte Folge der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.
Hammer Spedition vor schwierigen Entscheidungen
Frank Jäschke, Geschäftsführer einer Hammer-Spedition, steht vor einer schwierigen Situation. Mit 25 Fahrzeugen und einem monatlichen Dieselverbrauch von rund 110.000 Litern spürt sein Unternehmen jeden Cent Preisanstieg unmittelbar in der Kostenrechnung. Bereits jetzt führt Jäschke intensive Gespräche mit seinen Kunden über mögliche Preisanpassungen. Der Spediteur plant, die Marktentwicklung drei Wochen lang zu beobachten, bevor er endgültige Entscheidungen trifft. Sollte der Dieselpreis dauerhaft über die 2-Euro-Marke steigen, sieht er keine Alternative zu Preiserhöhungen für seine Transportdienstleistungen.
Forderung nach Aussetzung der CO2-Steuer
Die Belastung für Hammer-Transportunternehmen verschärft sich durch die zusätzlichen Abgaben auf Kraftstoffe. Frank Jäschke fordert die Bundesregierung auf, die CO₂-Steuer vorübergehend auszusetzen, die allein einen Anteil von 20 Cent pro Liter ausmacht. Der Spediteur kritisiert, dass er bereits im Januar wegen des gestiegenen CO₂-Preises eine Preisanpassung vornehmen musste. Jäschke wirft den Mineralölgesellschaften vor, die aktuelle Krisensituation für künstliche Preiserhöhungen zu nutzen. Die Kombination aus kriegsbedingten Rohölpreissteigerungen und staatlichen Abgaben bringe viele Unternehmen in eine schwierige wirtschaftliche Lage.
"Was die Mineralölgesellschaften gerade machen, ist künstlich" - Frank Jäschke, Hammer Spediteur
Bundesregierung sieht keine Versorgungsengpässe
Trotz der steigenden Preise gibt die Bundesregierung Entwarnung bei der Kraftstoffversorgung. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erklärte am Rande der Handwerksmesse in München, dass Deutschland keine Spritpreisbremse plane. Die Versorgung mit Öl und Gas sei nach Einschätzung der Regierung nicht gefährdet. Reiche betonte, dass Deutschland derzeit keine Knappheiten bei Öl sehe. Diese Einschätzung dürfte bei vielen Hammer Unternehmen, die unter den steigenden Kosten leiden, auf wenig Verständnis stoßen. Die Regierung setzt offenbar darauf, dass sich die Märkte mittelfristig wieder stabilisieren werden.
"Wir sehen keine Knappheiten bei Öl" - Katherina Reiche, Bundeswirtschaftsministerin