
Handwerker in Hamm sehen stabile Geschäftslage
Die Handwerksbetriebe bei uns blicken hoffnungsvoller in die Zukunft. Die Erwartungen für das kommende Halbjahr sind bei 80 Prozent optimistischer als vor einem Jahr. Das hat die Konjunkturumfrage der Handwerkskammer ergeben.
Veröffentlicht: Dienstag, 04.11.2025 13:10
Betriebe in Hamm sind zufrieden mit Geschäftslage
Die Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe, zu der Hamm gehört, beurteilt die aktuelle Geschäftslage am besten von allen Regionen.
Die Firmen haben im Schnitt Aufträge für knapp zwei Monate (7.5 Wochen). Die Beschäftigung bleibt ein Lichtblick. 23 Prozent der Betriebe haben in den vergangenen sechs Monaten zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. An der Umfrage der Handwerkskammer haben sich 581 Betriebe beteiligt.
"Unser Handwerk bleibt nach wie vor ein stabilisierender Faktion in der regionalen Wirtschaft, auch in schwierigen Zeiten. Dennoch dürfen wir die Herausforderungen nicht unterschätzen. Deswegen ist es umso wichtige, dass die Politik für Verlässlichkeit sorgt und Investitionsanreize setzt." Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer Dortmund und Schreinermeister aus Hamm
Mehr Betriebe verlieren Aufträge
Die Konjunkturindikatoren zeigen eine weiterhin angespannte Lage im Handwerk. Unter den befragten Handwerksbetrieben gaben mehr Betriebe an, Aufträge verloren (34 Prozent) als dazugewonnen zu haben (24 Prozent). Der Anteil der Betriebe mit Umsatzsteigerungen lag lediglich bei 23 Prozent, während 29 Prozent einen Rückgang verzeichneten. Auch bei den Investitionen überwog in den vergangenen sechs Monaten die Zurückhaltung: 27 Prozent der Betriebe reduzierten ihre Investitionen, 24 Prozent stockten sie auf.
„Stagnierende oder rückläufige Auftragslagen führen dazu, dass Unternehmen zögern, in neue Technik oder zusätzliche Mitarbeiter zu investieren. Ein Beispiel ist die Kommunale Wärmeplanung (KWP): Viele Kommunen wissen selbst noch nicht, welche Gebiete künftig an ein Wärmenetz angeschlossen werden sollen. Betriebe stehen dadurch vor der Frage: Soll ich jetzt in eine Wärmepumpe oder neue Gasheizung investieren – oder kommt bald Fernwärme? Diese Unsicherheit bremst Investitionen in nachhaltige Technologien – und ist gerade für energieintensive Betriebe wie größere Bäckereien kaum tragbar.“
Christoph Knepper, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe.
Stimmung auf dem Bau ist weiter gedämpft
Während das Ausbaugewerbe mit 88 Prozent auf einem hohen Niveau bleibt, verschlechtert sich die Stimmung im Bauhauptgewerbe (77 Prozent gegenüber 80 Prozent im Herbst 2024). Auch in den kommenden Monaten erwarten die Betriebe keine Besserung. Negative Einflussfaktoren sind die schwache Nachfrage im Wohnungsbau sowie der Investitionsstau im öffentlichen Bau. Positiv wirken sich hingegen die Nachfrage im Wirtschaftstiefbau – getrieben von der Energie- und Mobilitätswende – sowie der anhaltend hohe Investitionsbedarf aus.
Auch im Nahrungsmittelhandwerk, also z.B. Bäckern und Fleischern, ist eine Verschlechterung der Geschäftslage spürbar. Hier stiegen die Preise bei 71 Prozent der Betriebe, was die anhaltende Kostenbelastung widerspiegelt. Für die kommenden sechs Monate erwarten 86 Prozent der Betriebe jedoch, dass sich ihre Lage nicht verschlechtert – eine positivere Einschätzung als im übrigen Handwerk (80 Prozent).