
Heizung in Hamm: Was Hausbesitzer jetzt wissen müssen
Das geplante neue Gebäudeenergiegesetz der Bundesregierung sorgt in Hamm für Verunsicherung bei Hauseigentümern. Energieexperten rechnen mit weiteren Änderungen und empfehlen professionelle Beratung vor Investitionsentscheidungen.
Veröffentlicht: Montag, 02.03.2026 06:42
Öko-Zentrum Hamm warnt vor teuren Brennstoffen
Die Bundesregierung hat sich auf Änderungen am Gebäudeenergiegesetz geeinigt, die Hausbesitzern weiterhin den Einbau neuer Öl- und Gasheizungen ermöglichen. Ab dem 1. Januar 2029 müssen diese jedoch mit einem zunehmenden Anteil CO2-neutraler Brennstoffe betrieben werden, der bei zehn Prozent startet. Das können Biogas oder Bioöl sein. Jan Karwatzki, Energieberater vom Öko-Zentrum NRW in Hamm, warnt jedoch vor den Kosten: Die neuen Brennstoffe werden sehr teuer und führen zu mehr Emissionen im Gebäudesektor.
"Das wird aber sehr teuer werden. Dadurch ist auch mit mehr Emissionen aus dem Gebäudesektor zu rechnen. Das ist eigentlich nicht zulässig. Es gibt ein Verschlechterungsverbot für die nationale Klimabilanz" - Jan Karwatzki, Energieberater Öko-Zentrum NRW Hamm
Deswegen erwartet der Hammer Experte noch weitere Änderungen am Gesetzentwurf in Bundestag und Bundesrat. Das Öko-Zentrum sieht in den aktuellen Plänen mehr Freiheit, aber auch mehr Verantwortung für jeden Einzelnen.
Hammer Energieberater sieht Branche verunsichert
Die aktuellen Gesetzespläne haben für erhebliche Unsicherheit in der Branche und bei Hauseigentümern gesorgt. Karwatzki beobachtet viel Entsetzen darüber, dass sich die Regelungen erneut ändern. Jetzt gelte es, Fehlinvestitionen zu vermeiden. Der Hammer Energieberater empfiehlt deshalb eine professionelle Beratung, beispielsweise durch die Klimaagentur, andere Energieberater oder Heizungsbauer. Im Neubau sei die Wärmepumpe ohnehin Standard geworden, das eigentliche Problem bestehe beim Gebäudebestand.
Auch bei bestehenden Gebäuden sei die Wärmepumpe im Betrieb in der Regel günstiger als fossile Brennstoffe. Langfristig werde alles auf Wärmepumpen und Fernwärme hinauslaufen. Für Hamm ist dabei besonders relevant, dass die Stadt ihre Fernwärmeplanung bis Mitte des Jahres abschließen muss. Dann soll feststehen, welche Stadtteile durch Fern- oder Nahwärme versorgt werden können.
Hamm plant Infoveranstaltung zur Fernwärme
Am 18. März findet im Kleistforum eine Informationsveranstaltung zur Fernwärmeplanung für alle Hammer Bürger statt. Dort soll Klarheit darüber geschaffen werden, welche Möglichkeiten die einzelnen Stadtteile haben werden. Diese Planungssicherheit ist für Hausbesitzer besonders wichtig, da sie Investitionsentscheidungen beeinflussen kann.
Hammer Baugesellschaft nutzt KI für Heizoptimierung
Die Hammer gemeinnützige Baugesellschaft (HgB) geht bereits neue Wege bei der Energieoptimierung. Das städtische Wohnungsunternehmen arbeitet seit einem Jahr mit einem Berliner Start-up zusammen, das mithilfe von Künstlicher Intelligenz Einsparpotentiale an Heizungsanlagen ermittelt. Geschäftsführer Dominique Lahme berichtet von ersten Erfolgen nach der Analyse von fünf verschiedenen Anlagen.
"Welche Vorlauftemperaturen kann man im Zweifel runterregulieren, wie sieht die Warmwassererwärmung aus, und die ersten Ergebnisse trudeln langsam ein. So dass wir Stand heute bei mindestens 10 Prozent Einsparungen durch diese Analyse und die KI sind" - Dominique Lahme, Geschäftsführer HgB
Diese Einsparpotentiale gebe es allerdings eher in Wohnanlagen als bei Einfamilienhäusern, erklärt Lahme. Die KI-basierte Optimierung könnte ein wichtiger Baustein sein, um auch im Gebäudebestand Energie zu sparen und Kosten zu senken.
Autor: Rainer Wilkes