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HIV-Zahlen steigen in NRW - Aidshilfe Hamm sensibilisiert zum Welt-AIDS-Tag
© Tim Reckmann | FotoDB
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HIV-Zahlen steigen in NRW - Aidshilfe Hamm sensibilisiert zum Welt-AIDS-Tag

Zum Welt-AIDS-Tag weist die Aidshilfe Hamm auf steigende HIV-Zahlen in NRW hin . Die Hammer Beratungsstelle betreut 30 Betroffene und kämpft gegen hartnäckige Vorurteile in der Gesellschaft.

Veröffentlicht: Montag, 01.12.2025 18:10

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Warum HIV-Fälle in Hamm und NRW zunehmen

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Zum ersten Mal seit Jahren haben sich wieder mehr Menschen mit dem HIV-Virus angesteckt. Am heutigen Welt-Aids-Tag wollen Organisationen wie die Aidshilfe Hamm besonders für das Thema sensibilisieren. "HIV oder Aids ist schon lange kein Todesurteil mehr", sagt Lianet Flores, die Leiterin der Hammer Aidshilfe. Die Aidshilfe in Hamm begleitet aktuell regelmäßig rund 30 HIV-positive Menschen. Die Barbaraklinik in Hamm behandelt in der HIV-Ambulanz mehrere hundert Menschen, die auch aus dem Umkreis kommen. In NRW hat 2025 566 neue HIV-Fälle gegeben - ein Plus von gut 42 Prozent (2024: 400). Das könne aber verschiedene Gründe haben, ordnet Flores ein. Denn einige Menschen bekommen jetzt erst eine Diagnose, weil sie sich jetzt erst haben testen lassen - wann sie sich angesteckt haben, kann man aber nicht sagen. "Das kann aber auch schon Jahre lang her sein, dass sie sich mit HIV angesteckt haben."

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Kostenlose und anonyme Tests in Hamm verfügbar

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Es komme immer mal vor, das die Zahlen wieder steigen, sagt Flores. Besonders dann, wenn es ein größeres Bewusstsein für HIV gibt und sich mehr Menschen testen lassen. Wenn das Thema zwischendurch nicht so präsent sie, dann achteten mehr Menschen beim Sex eher darauf, einer Schwangerschaft vorzubeugen - aber nicht unbedingt auch auf Infektionsschutz. HIV schwächt das Immunsystem. Spezifische Symptome gibt es nicht, viele Krankenkassen übernehmen den Test allerdings nur, wenn man Symptome hat. In Hamm kann man sich aber auch kostenlos und anonym testen lassen. Das geht im Gesundheitsamt und in der Aidshilfe Hamm.

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Vorurteile gegen HIV-Positive in Hamm noch immer stark

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Betroffene haben immer noch oft mit dem Stigma der Krankheit zu kämpfen. "Das hält sich hartnäckig, man kämpft da wirklich bergauf", sagt Flores. Es habe schon Fälle gegeben, dass eine HIV-positive Person nicht in einer Seniorenresidenz aufgenommen wurde oder keine Termin beim Zahnarzt bekommen hat - oder erst als letzter Patient des Tages, um danach gründlich sauber machen zu können. "Dabei ist das gar nicht nötig", erklärt Flores. Menschen mit HIV können mittlerweile genauso alt werden und seien genauso leistungsfähig wie Menschen ohne die Krankheit. "Es ist nicht mehr so schlimm wie früher." In Deutschland gebe es eine sehr gute Behandlung. Oft fehle aber Wissen, auch bei medizinischem Fachpersonal. 

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Aidshilfe Hamm wird Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit und Vielfalt

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Um das Image der 80er Jahre anzulegen, wird die Aidshilfe Hamm ab dem kommenden Jahr außerdem ihren Namen erweitern. Dann bekommt die Organisation den Zusatz "Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit und Vielfalt". Die Aidshilfe bietet auch Trans- und Queer-Beratung. "Viele Leute fühlen sich aber bei dem aktuellen Namen nicht angesprochen und würden diese Themen gar nicht bei der Aidshilfe einordnen." Gerade die Transberatung würde trotzdem sehr gut angenommen werden, sagt Flores. Die Aidshilfe in Hamm ist die erste Stelle, die eine solche Beratung in Hamm anbietet.

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