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Holocaust-Gedenktag: Mahnwache in Hamm
© Radio Lippewelle Hamm
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Holocaust-Gedenktag: Mahnwache in Hamm

Der Ring politischer Jugend organisiert erstmals eine Mahnwache zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar in Hamm. Das Programm "Lichter gegen Vergessen" soll junge Menschen für die Erinnerungsarbeit und den Schutz der Demokratie sensibilisieren.

Veröffentlicht: Dienstag, 27.01.2026 05:10

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Ring politischer Jugend organisiert ersten Holocaust-Gedenktag in Hamm

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Zum internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar organisiert der Ring politischer Jugend (RpJ) Hamm erstmals eine Mahnwache unter dem Titel "Lichter gegen Vergessen". Am Dienstag (27.01.26) beginnt das Projekt um 18 Uhr an der Alten Synagoge. Die Initiative entstand, weil es in Hamm bisher keine etablierten Gedenkveranstaltungen zu diesem wichtigen Tag gibt. Parteiübergreifend haben sich Vertreter von Jusos, Junger Union, Junge Liberale und Grüner Jugend zusammengeschlossen, um gemeinsam an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Die jungen Politiker wollen sich dabei auf Themen konzentrieren, die alle demokratischen Jugendorganisationen verbinden und über Parteigrenzen hinweg Bedeutung haben.

"Demokratie ist ein Geschenk, was wir von den Generationen vor uns bekommen haben und wir sind in der noblen Situation, dass wir uns das bisher nie erarbeiten mussten. Demokratie ist nicht überall selbstverständlich, deshalb müssen wir aktiv dafür kämpfen, damit wir weiterhin in einem demokratischen Land leben können." - Sonja Janeikis, Vorsitzende der Jungen Union
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Junge Biografien aus Hamm im Fokus der Gedenkveranstaltung

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Das besondere Konzept der Mahnwache setzt auf die Lebensgeschichten junger Menschen aus Hamm, die während der NS-Zeit verschleppt wurden. Vorsitzender der Jusos Hamm Cellestino Peter Kraus erklärt den Ansatz: Junge Biografien von Gleichaltrigen sollen von jungen Menschen verlesen werden, um eine emotionale Verbindung zu schaffen. Die Organisatoren wollen damit erreichen, dass sich die Teilnehmer in andere Lebensrealitäten hineinversetzen können. Der Gedanke dahinter ist die Parallele zwischen einem 16-Jährigen, der vor 80 Jahren aus der Schule gerissen und ins KZ gebracht wurde, und jungen Menschen, die heute in anderen Ländern der Welt verfolgt werden. Diese persönliche Herangehensweise soll die historische Dimension für junge Menschen greifbarer machen und gleichzeitig den Bezug zu aktuellen Herausforderungen herstellen.

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Gemeinsame Erinnerungsarbeit gegen rechte Bedrohung

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Die demokratischen Jugendorganisationen sehen ihre gemeinsame Gedenkarbeit auch als Antwort auf aktuelle politische Entwicklungen. Josephine Fleiger von den Jusos betont, dass rechte Kräfte die Krisen der Jugendlichen ausnutzen und damit Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden. Aus diesem Grund sei es wichtig, dass die demokratischen Parteien zusammenhalten und gemeinsam Erinnerungsarbeit leisten. Michéle Doré von der Grünen Jugend unterstreicht die besondere Bedeutung, junge Menschen am Gedenktag des Nationalsozialismus anzusprechen, da sie diejenigen sind, die die Zukunft gestalten und die Demokratie verteidigen müssen. Die parteiübergreifende Initiative zeigt, dass trotz unterschiedlicher politischer Ansichten ein gemeinsames Verständnis für die Bedeutung der Erinnerungskultur und den Schutz demokratischer Werte besteht.

Autorin: Reyhan Rahmati

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