
Humanitas Hamm: Probleme bei Kleiderspenden
Immer mehr unbrauchbare Kleidung landet bei Humanitas Hamm. Fast Fashion sorgt für steigende Kosten und mehr Arbeit für Ehrenamtliche.
Veröffentlicht: Mittwoch, 25.02.2026 11:01
Fast Fashion belastet Kleiderkammern
Auf Einladung von Humanitas Hamm e.V. hat der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Thews den Verein besucht, nachdem er diesen an Weihnachten mit einer Spende unterstützt hatte. Der persönliche Austausch drehte sich um ein drängendes Thema, das zunehmend auch soziale Einrichtungen betrifft: die wachsende Flut an Fast Fashion und sogenannter Ultra-Fast Fashion.
Veränderte Qualität der Kleiderspenden
Im Gespräch mit den Ehrenamtlichen von Humanitas Hamm e.V. wurde deutlich, wie stark sich die Qualität gespendeter Kleidung in den letzten Jahren verändert hat. Während früher gut erhaltene Textilien weitergegeben oder verwertet werden konnten, sind mittlerweile rund 30 Prozent der Kleiderspenden direkt nicht mehr nutzbar und müssen entsorgt werden. Dies stellt eine erhebliche Herausforderung für soziale Einrichtungen wie Humanitas dar.
Ultra-Fast Fashion: Ein wachsendes Problem
Ein zentrales Problem stellt die extrem preiswerte und kurzlebige Mode dar, die dazu führt, dass viele Kleidungsstücke bereits nach kurzer Nutzung qualitativ nicht mehr verwertbar sind. Was früher noch recycelt oder weiterverkauft werden konnte, landet nun häufig direkt im Abfall. Selbst Recyclingunternehmen, die zuvor Textilien abnahmen, stehen unter Druck, da die wirtschaftlichen Erlöse nicht mehr tragbar sind. Immer häufiger wird stark verschmutzte oder beschädigte Kleidung gespendet, was zu einem erhöhten Sortieraufwand und steigenden Entsorgungskosten führt. Das beruht auf einem Mißverständnis: diese Kleidung darf weiter in den Hausmüll gegeben werden, betont Thews.
Humanitas sucht weiter engagierte Helferinnen und Helfer
Bei Humanitas Hamm e.V. engagieren sich rund 90 Ehrenamtliche in elf Schichten, um Spenden zu sortieren, aufzubereiten und weiterzugeben. Neue ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind weiterhin herzlich willkommen, um die wertvolle Arbeit des Vereins zu unterstützen.
Autor: Rainer Wilkes