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IHK-Gespräch: Was braucht die Wirtschaft in Hamm?
© Louisa Ahlers / Radio Lippewelle Hamm
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IHK-Gespräch: Was braucht die Wirtschaft in Hamm?

Beim Wirtschaftsgespräch der IHK zu Dortmund am Dienstag (27.01.) stand die Frage im Vordergrund, was die Hammer Wirtschaft aktuell braucht. Großes Thema war der Stadthafen, der bekannter werden soll.

Veröffentlicht: Mittwoch, 28.01.2026 06:04

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Das fehlt der Wirtschaft in Hamm

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Im Heinrich-von-Kleist-Forum begannen die IHK-Vertreter Stefan Schreiber (Hauptgeschäftsführer) und Torsten Cremer (Vizepräsident) sowie Oberbürgermeister Marc Herter das Wirtschaftsgespräch. Auf Nachfrage von Lippewelle Chefredakteur Matthias Dröge, der den Abend moderierte, betonte Herter, trotz Haushaltssicherung in Hamm investitionsstark bleiben zu wollen. Die Steuern in Hamm sollen nicht erhöht werden. Trotzdem stellte er für die Zukunft klar: "Es wird uns was abverlangt." Mit einer funktionierenden Wirtschaft würden die Probleme allerdings kleiner. Ziel sei es, dass Investoren der Hammer Innenstadt wieder vertrauen können.

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Weniger Bürokratie, mehr Ausbildung

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Laut Cremer braucht es in Hamm vor allem gute Infrastruktur und ein effizientes Flächenmanagement. Auch das kulturelle und sportliche Angebot soll die Attraktivität der Stadt Hamm für Fachkräfte steigern. Das Lippetaler Rechenzentrum sei ein wichtiger Schritt, der außerdem ganz neue Stromversorgungsmöglichkeiten eröffnet. Schreiber wünschte sich vor allem Erleichterungen bei der Bürokratie, die auch kommunal umsetzbar sind, sodass Investoren mit besseren Planungsbedingungen rechnen können. Auch die Verkehrsinfrastruktur sei von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Beim Problem des Fachkräftemangels sei Hamm noch gut aufgestellt, das Thema bleibe in Zukunft aber wichtig und dürfe nicht in den Hintergrund geraten. Gerade Jugendlichen müssen Ausbildungsjobs nähergebracht werden, damit mehr Auszubildende in wichtigen Bereichen mehr nachkämen. Hamm ist laut ihm aber trotz allem "auf dem richtigen Weg". Auch Herter betonte Grund zum Optimismus.

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Das alles kann der Stadthafen in Hamm

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Wie in einer Umfrage festgestellt wurde, ist der Stadthafen in der breiten Hammer Bevölkerung eher unbekannt. Henriette Lehnert leitet den Hafen und stellte ihn im Rahmen des Abends im Detail vor. Er sei mehr als ein Platz für Schiffe, ein regelrechtes "Kraftzentrum der Wirtschaft". Der Hafen könne Versorgen, Lagern und Umschlagen. Viele Unternehmen nutzen den Hafen, darunter die Firma Rhenus, beispielsweise zum Umschlag von Massen- und Stückgütern oder die Firma Jäschke für Transport- und Lagerlogistik. Das Maxi Terminal Hamm macht den Hafen zum Chemielogistikdrehkreuz auf internationaler Ebene. Auch die Firma Jäckering nutzt den Hafen. Deren Geschäftsführer Dirk Lange unterstützt den Wirtschaftsfaktor Hafen. Lehnert wolle alles für wichtige Investitionen in die Schleusen tun. Sie wünschte sich außerdem ein Wendebecken für die Schiffe, das in Angriff genommen werden soll.

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Diskussion über den Hafen in Hamm und Mega-Projekt "Multi Hub"

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Marion Fink, IHK-Vizepräsidentin und Geschäftsführerin der Fink Tec GmbH, wünschte sich auch hier beim Hafen eine Weiterentwicklung der Infrastrukturen für mehr Vielfalt für die Betriebe. Sie kennt selbst die Nachteile, die spontane Umplanungen immer mal wieder mit sich bringen. Peter Abelmann, Geschäftsführer des Kompetenznetzes Logistik.NRW betonte auch, dass Logistik und Verkehr nicht ohne Infrastruktur funktionieren. Elena Otto-Erley von der Entwicklungsagentur für nachhaltigen Güterverkehr in Hamm brachte die Idee des "Multi Hubs" zur Sprache: Aus Autobahn-, Schienen- und Wasseranbindung soll ein moderner Logistikknotenpunkt entstehen. Güter sollen dadurch auch vermehrt von den LKWs und damit den Straßen genommen und vielmehr über das Schienennetz transportiert werden. Das Projekt biete einen Mehrwert für Hamm und die gesamte Region, sei aber alles andere als unkompliziert: Eine Zeitangabe konnte Otto-Erley zur Umsetzung noch nicht machen, wünschte sich aber, in einem Jahr Konkreteres dazu sagen zu können. Abelmann erkannte den Mehrwert eindeutig und fragte sich, wieso man auf diese Idee nicht bereits vor 20 Jahren gekommen sei. Hamm sollte seine Verkehrsmöglichkeiten optimal nutzen.

Autorin: Louisa Ahlers

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