
IHK sieht Wirtschaft in Hamm weiter unter Druck
Die IHK zu Dortmund sieht die Wirtschaft in Hamm und der Region weiter unter Druck. Bei ihrer Jahrespressekonferenz hat die Kammer auf Krisen, hohe Kosten und fehlende Reformen hingewiesen.
Veröffentlicht: Donnerstag, 23.04.2026 04:33
IHK blickt auf Wirtschaft in Hamm und Region
Die IHK zu Dortmund hat bei ihrer Jahrespressekonferenz die wirtschaftliche Lage in ihrem Bezirk als angespannt beschrieben. Zum IHK-Bezirk gehören auch Hamm und der Kreis Unna. Nach Angaben der Kammer steckt die deutsche Wirtschaft weiter im Krisenmodus. Genannt wurden unter anderem hohe Arbeitslosenzahlen, eine Inflationsquote von 2,7 Prozent im März 2026 und 24.064 Unternehmensinsolvenzen im vergangenen Jahr. Außerdem seien mehr als 120.000 Industriearbeitsplätze verloren gegangen.
Hohe Belastung für Firmen in Hamm
Nach Einschätzung der IHK spüren auch Unternehmen in Hamm die Folgen der anhaltenden Krise. Die Kammer verweist auf hohe Energie- und Arbeitskosten, schwache Nachfrage und belastende Rahmenbedingungen. Dazu kommen laut Jahresbericht Unsicherheiten durch internationale Konflikte und Handelspolitik. In einer IHK-NRW-Umfrage zum Konflikt im Nahen Osten gaben mehr als 60 Prozent der befragten Unternehmen an, negativ betroffen zu sein. 71 Prozent nannten steigende Energiepreise als Problem, 40 Prozent berichteten von Verzögerungen und Unterbrechungen in Lieferketten.
IHK fordert Reformen für 2026
Die IHK macht sich deshalb für politische Veränderungen stark. Nach Angaben der Kammer müsse 2026 zum „Jahr der Reformen“ werden. Genannt werden unter anderem niedrigere Energiekosten, weniger Bürokratie, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie international wettbewerbsfähige Steuern. Auch die sozialen Sicherungssysteme müssten nach Ansicht der Wirtschaftsverbände zukunftsfest gemacht werden. Ziel sei es, Unternehmen in Hamm, Dortmund und dem Kreis Unna wieder mehr Planungssicherheit zu geben
Ausbildung bleibt für Hamm ein wichtiges Thema
Trotz der schwierigen Lage bleibt der Ausbildungsmarkt aus Sicht der IHK ein wichtiger Punkt für die Region. Im Jahresbericht heißt es, die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse sei 2025 im IHK-Bezirk gegenüber dem Vorjahr nur leicht um 0,4 Prozent gesunken. Gleichzeitig melden viele Betriebe weiter Probleme bei der Suche nach geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern. Die IHK sieht die duale Ausbildung deshalb weiter als zentrales Instrument zur Fachkräftesicherung. Das betrifft auch Unternehmen in Hamm.
Flächen und Verkehr als Thema für Hamm
Auch bei Infrastruktur und Flächen sieht die IHK Handlungsbedarf. In ihrem Bericht verweist sie auf wachsende Probleme bei Straßen, Schienen und Brücken. Für die Region nennt sie unter anderem den Bau der A445 von Werl bis Hamm als wichtiges Projekt. Die Verbindung soll nach IHK-Angaben die B63 entlasten und den Güterbahnhof Hamm besser an die A2 anbinden. Zusätzlich fordert die Kammer eine vorausschauende Flächenpolitik, damit sich Unternehmen weiter ansiedeln und entwickeln können.