
In Hamm haben mehr Menschen kein eigenes Zuhause
In Hamm steigt die Zahl der wohnungslosen Menschen weiter an. Laut aktuellen Daten der Hilfsträger sind besonders junge Erwachsene stark von der Situation betroffen.
Veröffentlicht: Dienstag, 19.05.2026 05:57
80 Betroffene mehr innerhalb von drei Jahren
Zum Stichtag Ende Januar dieses Jahres waren in Hamm 450 Menschen wohnungslos. Das geht aus einer aktuellen Erhebung der freien Träger der Wohnungslosenhilfe hervor. Im Jahr 2024 lag diese Zahl noch bei 367. Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei jungen Menschen zwischen 17 und 25 Jahren. Hier stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 38 auf nun 129 Betroffene. Auch die Zahl der wohnungslosen Frauen hat sich von 73 im vergangenen Jahr auf aktuell 99 erhöht.
Wohnungslosigkeit kann jeden treffen
Als wohnungslos gelten alle, die keinen eigenen Mietvertrag haben. Die Träger der Wohnungslosenhilfe weisen darauf hin, dass die Notlage jeden treffen kann. Auslöser seien oft plötzliche Lebensveränderungen wie der Verlust des Arbeitsplatzes, Trennungen oder Eigenbedarfskündigungen. Für die Betroffenen bedeutet das einen harten Überlebenskampf im Alltag. Sie sind mit ständiger Unsicherheit konfrontiert, wo sie schlafen, ihre Kleidung waschen oder ihr Hab und Gut unterstellen können.
Nur wenige leben auf der Straße
Der Großteil der Betroffenen in Hamm ist verdeckt wohnungslos. Das bedeutet, diese Menschen kommen vorübergehend bei Freunden oder Familie unter, leben auf eigene Kosten in Pensionen, in Gartenlauben oder sind in Institutionen untergebracht. Lediglich 31 Personen, darunter sechs Frauen, lebten zum Stichtag offen wohnungslos und übernachteten auf der Straße, unter Brücken, in Kellern oder sogar in Autowracks.
Hilfsorganisationen führen ihre Zahlen zusammen
Die freien Träger der Wohnungslosenhilfe in Hamm haben ihre Statistiken zum Stichtag 31. Januar 2026 zusammengeführt. Hintergrund ist eine Abfrage des Statistischen Landesamtes NRW für die Wohnungsnotfallstatistik. Erhoben wurden die Daten durch den Katholischen Sozialdienst, den Arbeitskreis für Jugendhilfe und die Evangelische Perthes-Stiftung.