
Keine Kfw-Fördergelder für Pirates-Neubau in Hamm
Wenige Stunden nach Start ist es gestern schon wieder vorbei gewesen mit der Kfw-Förderung für neue Energie-Spar-Häuser. In Hamm gibt es deshalb einige, die leer ausgegangen sind.
Veröffentlicht: Donnerstag, 21.04.2022 12:03
Darunter ist auch Karsten Plaß, der Fördergelder für seinen modernen Pirates-Neubau in der City abgreifen wollte. Trotz der Klatsche möchte er die Pläne aber noch nicht aufgeben, sagte er im Lippewelle-Gespräch. Momentan denkt der Unternehmer darüber nach, Gewerbe-Flächen in dem Gebäude zu verkaufen statt wie geplant zu vermieten. Dass der Fördertopf nicht wieder aufgestockt werden soll, frustet ihn trotzdem: "Wenn die Regierung will, dass wir wegkommen vom russischen Gas und Öl, muss sie auch was dafür tun."
HGB hat mehr Glück
Etwas mehr Glück hatte die HGB in Hamm: Sie hat den Zuschlag für die Förderung eines Neubaus an der Lippestraße bekommen. "Einer meiner Mitarbeiter hat den Antrag direkt um 7 Uhr morgens eingereicht, weil wir so etwas geahnt haben", sagte Geschäftsführer Thomas Jörrißen auf Lippewelle-Anfrage. Die Förderung für Bestandshäuser laufe ja zum Glück weiter.
An der Lippestraße soll ein 8-Familienhaus aus Massivholz entstehen - mit Wohnungen zwischen 66 und 94 Quadratmetern Fläche. Wann die Bauarbeiten tatsächlich starten, sei aber kaum absehbar, so Jörrißen. Das liege vor allem an den explodierenden Preisen für Handwerker und Material sowie an Lieferengpässen.
Das steckt hinter der Kfw-Förderung
Pünktlich um 7.45 Uhr startete gestern das neue KfW-Förderprogramm für energieeffizientes Bauen (EH40-Häuser). Kaum drei Stunden später war es schon wieder vorbei: Die Förderbank musste einen Antragsstopp verhängen. Der Geldtopf mit einer Milliarde Euro war schon leer.
Jetzt steht fest, wie wenige Anträge erfolgreich waren. Heute hieß es von der KfW: Während der drei Stunden seien rund 6.500 Anträge angenommen und genehmigt worden. 200 davon seien von Kommunen gestellt worden, die restlichen von privaten Häuslebauern und gewerblichen Immobilieninvestoren.
Und wie geht es jetzt weiter?
Wie geht es jetzt weiter? Die gestoppte EH40-Förderung war die erste Stufe in einem neuen Konzept des Bundeswirtschaftsministeriums. Die zweite Stufe startet an diesem Donnerstag bei der KfW: Konkret geht es um eine Neubauförderung im Programm "EH40-Nachhaltigkeit", das deutlich höhere Ansprüche an die Antragsteller hat. Es läuft bis Ende 2022 und umfasst laut KfW ebenfalls einen Topf von einer Milliarde Euro. Für das Programm gibt es keinen Förderdeckel.
Dritte Stufe ab 2023
Ab Januar 2023 ist dann eine dritte Stufe geplant: "Klimafreundliches Bauen". Das Programm soll laut dem Wirtschaftsministerium vor allem die Treibhausgas-Emissionen der Gebäude in den Fokus rücken. Wie es genau aussieht, wird derzeit in der Bundesregierung erarbeitet.