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Kirchenkreis Hamm schließt Kita in Hilbeck
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Kirchenkreis Hamm schließt Kita in Hilbeck

Der evangelische Kirchenkreis Hamm zieht sich als Träger der Kita Saatkorn in Werl-Hilbeck zurück. Wegen hoher Finanzdefizite und abgelehnter städtischer Hilfen wird die Einrichtung zum August 2029 geschlossen. Die Stadt Werl weist diese Darstellung zurück.

Veröffentlicht: Donnerstag, 16.04.2026 14:12

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Ab dem Kita-Jahr 2027/28 keine Neuaufnahmen mehr

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Der evangelische Kirchenkreis Hamm hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass die Kita Saatkorn in Werl-Hilbeck in einigen Jahren ihre Türen schließen wird. Letztmalig werden zum kommenden Kita-Jahr im August 2026 neue Kinder aufgenommen. Danach lässt man den Betrieb schrittweise auslaufen, bis die Einrichtung am 1. August 2029 endgültig schließt. Grund für diesen Schritt ist laut Träger eine anhaltende wirtschaftliche Schieflage, die nicht mehr aus eigenen Mitteln und den Kirchensteuern aufgefangen werden könne.

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Laufender Kita-Betrieb bleibt vorerst gesichert

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Für viele Familien in Werl-Hilbeck bedeutet das langfristig einen Engpass bei der Kinderbetreuung. Zwar sichert der Kirchenkreis zu, dass alle Kinder, die bis 2026 aufgenommen werden, ihre reguläre Kita-Zeit dort beenden können, für künftige Jahrgänge fällt die Einrichtung jedoch weg. Der Schließung vorausgegangen waren lange Verhandlungen mit der Kommune. Der Kirchenkreis hatte den Rat der Stadt Werl gebeten, den gesetzlichen Trägeranteil komplett zu übernehmen und die Kosten für eine dringend benötigte neue Heizung zu tragen. Da der Stadtrat diese Entlastungen Ende März jedoch ablehnte, sah sich der Träger nun zu dem endgültigen Schritt gezwungen.

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Finanzielle Einigung mit der Stadt Werl scheitert

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Laut Angaben des Kirchenkreises ist der Betrieb der Kita schon lange defizitär. Ursache sei unter anderem eine Unterfinanzierung der gesetzlichen Pauschalen aus dem Kinderbildungsgesetz. Allein seit August 2022 habe sich ein Minus von knapp 66.000 Euro angehäuft, das zusätzlich zum gesetzlichen Trägeranteil aus Kirchensteuern bezahlt werden musste. Zuvor waren bereits Rücklagen in Höhe von über 120.000 Euro aufgebraucht worden. Die Stadt Werl zahlt bislang einen freiwilligen Zuschuss von knapp 31.000 Euro pro Jahr, was dem Kirchenkreis angesichts anstehender Reparaturinvestitionen von rund 80.000 Euro jedoch nicht reichte, um den Betrieb weiterzuführen.

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Werl weist Vorwürfe zurück

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Die Stadt Werl kritisiert den Träger, den Evangelischen Kirchenkreis Hamm scharf. Laut einer Mitteilung der Stadt fordert die Kirche viel Geld: Unter anderem einen fast sechsstelligen Betrag für vergangene Defizite und die komplette Übernahme von Heizungs- und Gebäudemodernisierungen. Werls Bürgermeister nennt diese Forderungen maßlos und rechtlich haltlos. Auch der Rat der Stadt und der Kreis Soest haben sie bereits abgelehnt. Die Stadt wirft der Kirche vor, nach wirtschaftlichem Kalkül zu handeln. Jetzt will Werl mit anderen Partnern nach einer Lösung für die Kinderbetreuung in Hilbeck suchen.

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Infoveranstaltung für Eltern

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Um betroffene Familien direkt zu informieren, findet am Freitag, den 17. April, um 17 Uhr eine außerordentliche Elternversammlung in der Kita Saatkorn statt. Dort stehen Verantwortliche aus den Bereichen Pädagogik, Personal und Finanzen für Fragen zur Verfügung.

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