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Franz Johann mit Kopfhörer und Mikrofon im Lippewelle-Podcast „Hammer Stimmen: 800 Jahre - 8 Persönlichkeiten" - Folge 1: „Komm'se mal nach Hamm - und kriegste nix dafür"
© Lippewelle/WA/Schinzig
In der ersten Folge unseres Podcasts "Hammer Stimmen – Zeit für eine Aussprache" haben Simone Niewerth und Michael Knippenkötter mit Franz Johann gesprochen.
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Komm'se mal nach Hamm - und kriegste nix dafür

Das Lied kennt in der Stadt wohl jeder. Aber wer steckt dahinter? In der ersten Folge von Hammer Stimmen treffen WA-Lokalchef Michael Knippenkötter und Lippewelle-Moderatorin Simone Niewerth auf Franz Johann: den Mann, der vor fast 50 Jahren die inoffizielle Hymne der Stadt eingesungen hat – und dafür bis heute keinen einzigen Cent gesehen hat.

Veröffentlicht: Mittwoch, 13.05.2026 08:35

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Eine Stadt feiert Jubiläum – und wir stimmen ein. Nicht unbedingt mit leisen Tönen, meist sogar sehr unterhaltsam, manchmal auch nachdenklich und teilweise recht kritisch. Der Podcast „800 Jahre – 8 Persönlichkeiten“ von WA und Lippewelle ist aber vor allem eines: sehr authentisch. WA-Lokalchef Michael Knippenkötter und Lippewelle-Morning-Moderatorin Simone Niewerth haben sich mit Menschen aus der Stadt zusammengesetzt und über ihre Geschichte gesprochen, ihre Verbindungen zu „unserer Stadt“ und was sie sich für ihre Heimat wünschen. Folge 1 ist ab sofort abrufbar: Ein Gespräch mit Franz Johann.


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Die Stimme hinter dem Hamm-Lied: Franz Johann im Podcast

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Fast jeder, der schon einmal ein Heimspiel des ASV Hamm besucht hat, kennt ihn: den Moment, wenn aus den Boxen „Komm‘se mal nach Hamm“ schallt, die Halle mitsingt und plötzlich ein ganz eigenes Heimatgefühl entsteht. Kaum jemand weiß jedoch, wer die Stimme hinter dem Lied ist – und wie viel Ehrenamt, Zufall und Bescheidenheit darin stecken. Franz Johann, heute 79 Jahre alt, hat den Song vor fast 50 Jahren eingesungen. Bis heute prägt er das Bild der Stadt.

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Ein Lied für Hamm - und kein Cent dafür

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Entstanden ist das Lied zur 750‑Jahr‑Feier Hamms. Gesucht war ein Beitrag mit Lokalkolorit, eingereicht wurde ein bereits existierender Karnevalsschlager. Johann, damals Ende 20 und tief im Hammer Karneval verwurzelt, fuhr für die Aufnahme in ein Studio – einen ganzen Tag lang, von morgens bis spätabends. Bezahlt wurde dafür nichts. Kein Honorar, kein Warmgetränk, nicht einmal ein symbolisches Dankeschön. „Unterm Strich war null, oben auch null“, sagt Johann im Podcast „Hammer Stimmen: 800 Jahre – 8 Persönlichkeiten“ zum Stadtjubiläum. Gekostet habe ihn das Projekt am Ende sogar Geld.


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Hammer Kultlied: Vom Karnevalsschlager zum Stadion-Klassiker

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Trotzdem wurde der Song zum Erfolg, „Komm‘se mal nach Hamm“ entwickelte sogar ein erstaunliches Eigenleben: Es lief in Musikboxen in Berlin und den Niederlanden, wurde von auswärtigen Fans beim ASV gehört und bleibt bis heute ein Stück gelebte Stadtgeschichte. Die Zeilen über Bier, den Straßenstrich (oh ja, es geht sehr zweideutig zu!) und westfälischen Schinken zeichnen ein raues, humorvolles Bild des damaligen Hamms.


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Johann selbst hat daraus nie Kapital geschlagen. Sein Leben spielte sich fernab großer Bühnen ab. Er war Maler, Bauarbeiter, Handwerker auf der Zeche, später Sicherheitsfachkraft. Gesungen wurde vor allem ehrenamtlich: im Karneval, bei Vereinsveranstaltungen, auf der Bühne des Kurhauses. „Man macht das gern“, sagt er. „Aber ein kleines Danke ab und zu ist schon wichtig.“


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Ehrenamt statt Ruhm: Das Leben des Franz Johann

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Geboren in Bockum‑Hövel, hat Johann fast alle Ecken der Stadt kennengelernt – Westen, Pelkum, Herringen, Wischerhöfen. Hamm ist seine Heimat geblieben. Hier lernte er seine Frau kennen, zog die Kinder groß, engagierte sich im Kanuverein und als Schülertrainer. Auch das Ehrenamt zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Anerkennung bedeutete ihm mehr als Geld: ein Orden im Karneval, ein Zeitungsfoto, Applaus.


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Zehntausende Klicks - und er wusste es nicht mal

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Heute hört man Johann vor allem noch aus Lautsprechern – oder auf YouTube. Dass sein Lied dort zehntausende Aufrufe hat, wusste er lange gar nicht. Auf die Idee, noch einmal groß aufzutreten, reagiert er bescheiden. Gesundheitlich wäre das schwierig, sagt er. Und berühmt habe er sich nie gefühlt. „Ich bin ein ehrlicher Hammer“, sagt Johann. Geradeheraus, mit Herz und Meinung.

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