
Kriminalität in Hamm: Rückgang der Verbrechen
Die Polizei in Hamm berichtet von einem bemerkenswerten Rückgang der Kriminalität und einer sehr guten Aufklärungsquote.
Veröffentlicht: Dienstag, 03.03.2026 04:28
Rückgang der Gesamtkriminalität in Hamm
Die Polizei in Hamm hat die jährliche Kriminalitätsstatistik vorgestellt und da gibt es tatsächlich viel Positives zu berichten. Sie zeigt laut
Polizeipräsident Thomas Kubera einen deutlichen Rückgang der Kriminalität in Hamm. Demnach wurden im Jahr 2025 17.899 Straftaten registriert, was einem Rückgang von gut 7,5 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Diese positive Entwicklung stelle einen Wendepunkt dar, der den Anstieg der Kriminalität in den Jahren 2023 und 2024 stoppe, so Kubera.
"Ich kann feststellen, dass sich unsere Investitionen auch gerade im Innenstadtbereich sehr gelohnt haben. Wir haben hier Rückgänge in einzelnen Kriminalitätsfeldern, wie etwa der Kriminalität um das Kraftfahrzeug, die liegen bei über 40 Prozent. Das habe ich in meinen ganzen Berufsjahren so noch nicht erlebt." Thomas Kubera, Polizeipräsident Hamm
Es bleibe trotzdem das Ziel, noch besser zu werden, betont Kubera. Die niedrigen Zahlen aus den Jahren 2016/17 habe man noch nicht wieder erreicht, wolle aber logischerweise dort auch wieder hin.
Spezifische Erfolge in Hamm
Weniger Straftaten gab es laut Kubera in den Bereichen "Rohheitsdelikte" und "Straftaten gegen die persönliche Freiheit" und auch die Raubdelikte im öffentlichen Raum sind rückläufig und mit 52 Fällen auf ein niedriges Niveau gesunken. Besonders erfreulich sei der deutliche Rückgang in der Straßenkriminalität, heißt es: Der Rückgang um über 1.000 Fälle (3.507 Straftaten) bedeute den niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt.
"Wir arbeiten mit verschiedenen Maßnahmen, gerade im Innenstadtbereich mit der Videobeobachtung,mit Kontrollgängen, mit Präsenz. Wir arbeiten aber auch mit verdeckten Maßnahmen. Wir kommen den Hinweisen aus der Bevölkerung sehr schnell nach, das hat uns häufig auch zu Tätern geführt. Und das in Kombination mit guten Ermittlungsleistungen sorgt dafür, dass wir viele Täter auch dingfest machen können." Thomas Kubera, Polizeipräsident Hamm
Die Tatsache, dass man in der Innenstadt so gute Erfolge habe, habe auch nicht zu einem Verdrängungseffekt in andere Stadtteile geführt, betont Kubera. Auch der Rückgang von Diebstählen an und aus Autos in Hamm gesamt sei bemerkenswert: Während es in 2024 noch zu 1.726 Fällen kam, gab es in 2025 einen rekordhaften Rückgang auf 975 Straftaten (minus 43,51 Prozent). Angestiegen in Hamm sind Fälle häuslicher Gewalt (plus 9,5 Prozent gestiegen) - es waren genau 749 registrierte Fällen im Jahr 2025.
Viele, aber insgesamt weniger Diebstähle in Hamm
Diebstähle bleiben nach wie vor ein bedeutsamer Teil der Kriminalität in Hamm (38,75 Prozent der Gesamtkriminalität). Aber auch hier gebe positive Entwicklungen, so Kubera. So seien die Fallzahlen bei Laden- und Fahrraddiebstählen rückläufig, das Gleiche gelte beim Taschendiebstahl und für Wohnungseinbrüche. Selbst die Betrügereien zum Nachteil älterer Menschen sind gesunken (minus 10,23 Prozent). Zugenommen hat dagegen der Diebstahl von privaten E-Scootern.
"Wir haben einige Deliktsbereiche, wo wir Anstiege zu verzeichnen haben - etwa die Einbrüche, die wir im Geschäftsbereich also in Büros oder Lagern im Moment wahrnehmen, und auch der Betrugsbereich. Da haben wir einen leichten Anstieg, aber alle anderen Straftaten im Bereich der Öffentlichkeit, da liegen wir sehr günstig und müssen das jetzt halten." Thomas Kubera, Polizeipräsident Hamm
Vermehrte Angriffe auf Beamte in Hamm
Trotz der positiven Bilanz gibt es aber auch Negatives zu berichten: Die Anzahl von Widerständen und Angriffen auf Vollzugsbeamte hat sich laut Statistik im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Insgesamt wurden 226 Fälle registriert, womit sich auch die Zahl der verletzten Vollzugsbeamten auf 77 erhöhte.
Herausforderungen für bestimmte Gruppen in Hamm
Ein Großteil der Straftaten in Hamm wurde im Stadtbezirk Hamm-Mitte registriert, der mit 8.888 Straftaten fast die Hälfte aller gemeldeten Fälle ausmacht. Aber auch hier gibt es einen Rückgang von gut 14 Prozent und damit eine positive Entwicklung. Die Zahl der Tatverdächtigen unter Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden ist ebenfalls gesunken (31 weniger Delikte innerhalb dieser Gruppe und ein Rückgang von 271 Straftaten). Kubera betont, das Projekt "Kurve kriegen", das insbesondere junge Menschen in den Fokus nehme, solle fortgesetzt werden. Es setzt früh an, um Kinder und Jugendliche, die bereits mehrfach mit kriminellem Verhalten aufgefallen sind, davor zu bewahren dauerhaft in die Kriminalität abzurutschen. Aus der Statistik geht außerdem hervor, dass in Hamm 3.173 nichtdeutsche Tatverdächtige registriert worden, davon 180 wegen ausländerrechtlicher Verstöße. Von den in Hamm lebenden Zuwanderern seien rund 95 Prozent gar nicht in Erscheinung getreten, so Kubera. Damit werde leider das Bild insgesamt von einigen wenigen etwas verfälscht. Gleiches gelte für Straftaten "an Schulen" - hier gehe es um den Schulhof, und das bedeute, dass gar nicht Schülerinnen oder Schüler die Täter sein müssten. Insgesamt waren auch 1.576 Personen, die Straftaten begangen haben, nicht in Hamm wohnhaft. Hier handele es sich häufiger um Vorfälle rund um den Hammer Hauptbahnhof.