
Kritik aus Hamm an strengeren Regeln für Krankschreibungen
Die Bundesregierung plant strengere Regeln für Krankschreibungen. In Hamm stößt das bei Ärzten und der lokalen Wirtschaft auf ein geteiltes Echo.
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Ärztesprecher Hensel warnt vor überfüllten Praxen in Hamm
Die geplante Reform der Bundesregierung zu Krankschreibungen sorgt in Hamm für Diskussionen. Der Hammer Ärztesprecher Dirk Hensel kritisiert die Pläne scharf und bezeichnet sie als "Pseudoaktivismus". Sollte die telefonische Krankschreibung enden, würden die ohnehin belasteten Praxen weiter überlaufen. Hensel, der selbst HNO-Arzt ist, warnt davor, dass dies den Hausarztberuf für junge Mediziner noch unattraktiver mache und in Hamm in einigen Jahren Dutzende Ärzte fehlen könnten.
Einhellige Kritik an Attestpflicht ab Tag eins
Auch die geplante Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag sehen lokale Experten kritisch. Sowohl Ärztesprecher Hensel als auch Volker Verch, Geschäftsführer des Unternehmensverbands in Hamm, befürchten, dass Arbeitnehmer sich dadurch eher noch länger krankschreiben lassen. Verch verweist auf die Metall- und Elektrobranche, wo eine ärztliche Meldung tariflich erst nach drei Tagen vorgeschrieben ist. Das Ende der telefonischen Krankschreibung bewertet Verch hingegen positiv, da diese aus Sicht der Unternehmen zu höheren Fehlzeiten geführt habe.
Autor: Rainer Wilkes