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Mehr Grün, weniger Verkehr: Ideen für die Innenstadt Hamm
© Quelle: Lippewelle
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Mehr Grün, weniger Verkehr: Ideen für die Innenstadt Hamm

Die Idee der Stadt, die Menschen in Hamm an der Umgestaltung der City zu beteiligen, ist auf große Resonanz gestoßen.

Veröffentlicht: Donnerstag, 05.02.2026 16:40

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Über 2.000 ausgefüllte Fragebögen in Hamm

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Die Hammer Innenstadt soll attraktiver werden. Dieses Ziel hat sich die Stadt gesetzt und bereits an zahlreichen wichtigen Stellschrauben gedreht, Investoren geholt, Planungen vorgestellt. Stichworte dafür sind: btween, Heinemann-Quartier, Deck 8. Dabei soll es aber nicht bleiben, die Menschen selbst, die hier wohnen und/oder arbeiten, sollen auch an der Umgestaltung beteiligt werden. Aus diesem Grund hatte die Stadt einen Online-Fragebogen ausgearbeitet, in den auch persönliche Anregungen, Wünsche und Kritik fließen konnten. Eine erste Zwischenbilanz gab es nun am Mittwochabend, 4. Februar, im Gustav-Lübcke-Museum: wieder mit Beteiligung derjenigen, die sich für das Thema interessieren. Knapp 350 Menschen waren gekommen, über 2.000 ausgefüllte Fragebögen hatte die Stadt erhalten und ausgewertet. "Diese Resonanz hatten wir erhofft, aber nicht unbedingt erwartet", zeigte sich Stadtbaurat Andreas Mentz äußerst zufrieden. Oberbürgermeister Marc Herter ergänzte, die Entwicklung des ISEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) sei ein "ergebnisoffener Prozeß".

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Mehr Grün soll in die City von Hamm

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Die Ergebnisse der Online-Befragung stellte Stadtplanerin Barbara Conrad vor (Alle Ergebnisse im Einzelnen und im Detail sind auf der entsprechenden Seite der Stadt nachzulesen). Als anschließend die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung nochmal konkret an verschiedenen Stationen per Klebezettel ihre Anregungen notieren konnten, wurde schnell deutlich, dass die meisten mit denen der Online-Befragung übereinstimmten. Schnell war klar, dass vor allem auch eines auf der Wunschliste der Hammer ganz vorne steht, und das ist mehr Grün für die Innenstadt. Dieser Aspekt beinhaltet dann wiederum verschiedene Facetten, vom Klimaschutz bis hin zur Aufenthaltsqualität. Die Ideen der Teilnehmer reichen dabei von Dach- und Fassadenbegrünung über mehr Bäume bis hin zu Hecken und neuen, kleinen Parks. Noch mehr Gastro, möglichst in Form von kleinen Cafés oder individuellen Lösungen sowie mehr Kultur sind ebenfalls Ideen, die viele mitgebracht haben. Auch das Thema Einkaufen ist für viele wichtig, wobei eine Teilnehmerin betonte, es gehe ihr bereits um die Grundversorgung mit Lebensmitteln. Andere wünschten sich beispielsweise ein Geschäft für Bettwäsche oder Haushaltswaren, weniger Leerstände sowie weniger Billigläden.

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Zu viel Verkehr in der Innenstadt in Hamm?

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Auch das Thema Verkehr bewegt viele Menschen in der Innenstadt. Dabei geht es aber weniger um die Frage von Parkmöglichkeiten, sondern mehr um Verkehrsberuhigung. Tempo 30, LKW-Verbote, Sperrungen für den Autoverkehr oder Radwege sollen für weniger Lärm und weniger gefährliche Situationen für Fußgänger und Radler sorgen. Das Posen und Rasen auf den Straßen in der City ist vielen in Hamm ein Dorn im Auge und belastet vor allem diejenigen, die tatsächlich dort wohnen.

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Auswertung der Umfrage in Hamm

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Weiter bearbeitet werden die Ergebnisse der Umfrage und des Abends nun vom dafür von der Stadt beauftragten Büro RHA , einer Dortmunder GmbH aus Architekten, Stadtplanern und Ingenieuren. Als Projekt-Team stellte RHA im Museum auch die möglichen Ansätze für das Gesamtprojekt vor. Sie haben insgesamt fünf "Räume" in der City festgelegt, an denen konkret gearbeitet werden soll, und das sind: Gustav-Heinemann-Straße, Sternstraße/Nordstraße, Rödinghauser Straße/Rödinghauser Platz, Martin-Luther-Platz, Martin-Luther-Straße/Widumstraße sowie Santa-Monica-Platz. Im Frühjahr soll es nochmal eine ähnliche Veranstaltung konkret nur zur Gestaltung des Santa-Monica-Platzes geben, bevor dann mögliche Maßnahmen besprochen und Entwürfe fertiggestellt werden. Es geht vor allem darum, ab Herbst für die Konzepte konkret Städtebaufördermittel zu beantragen, so die Verantwortlichen. Stadtbaurat Andreas Mentz betonte, es gehe am Ende darum, Kompromisse zu finden. Einige der Vorschläge seien ziemlich gegensätzlich, aber alle wert, bedacht zu werden - nur müsse man am Ende dann schauen, was wirklich umsetzbar, sinnvoll und machbar sei.

Autorin: Ute Hien

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