
Neue Beratungsstelle für Frauen in Hamm
Im nächsten Jahr soll in Hamm eine Versorgungslücke geschlossen werden. Dazu ist eine allgemeine Frauenberatungsstelle sowie eine Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt geplant.
Veröffentlicht: Freitag, 21.11.2025 06:24
Große Versorgungslücke für Frauen in Hamm
Seitdem das Frauenberatungs- und Therapiezentrum aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen wurde, fehlt es an Unterstützung für Frauen in Hamm. Das soll sich im kommenden Jahr ändern. Frauen, die häuslicher oder sexueller Gewalt oder anderweitigen Krisensituationen ausgesetzt sind, können sich dann an eine neue, fachlich kompetente Beratungsstelle wenden.
Stärkung und Unterstützung für Frauen in Hamm
Die Frauenberatungsstelle mit Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt wird Frauen in schwierigen Lebenssituationen unterstützen. Das Konzept umfasst eine kosten- und barrierefreie Unterstützung. Beratung, Hilfe und offene Angebote sind geplant. Frauen ab 16 Jahren können sich bei der Beratungsstelle anonym und unabhängig von Herkunft, Religion oder Lebenssituation Unterstützung holen. Auch für Frauen, die kein Deutsch sprechen, soll es Angebote geben. 2,5 Vollzeitstellen sind für die Beratungsstelle eingeplant.
"Es ist elementar für unsere Stadt, dass Frauen in Notlagen eine schnell erreichbare, vertrauensvolle und niedrigschwellige Anlaufstelle haben" - Sandra Hanke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Hamm
Schutzraum und Beratung in Hamm
Das Konzept sieht vor, einen Schutzraum für Frauen zu schaffen. In der Beratungsstelle sollen Männer also keinen Zutritt haben. Vielmehr als nur eine Beratungsstelle soll der Ort eine Art Treffpunkt sein, an dem sich Frauen in einem sicheren Raum - zum Beispiel bei einem Kaffee - miteinander austauschen können. Dazu stellen Sozialarbeiterinnen das Beratungsangebot sicher. Damit soll die Beratungsstelle ein erster Wegweiser sein, der hilfsbedürftige Frauen unterstützt und an bestehende Institutionen weitervermittelt, die in schwierigen Lebenssituationen dann weiterhelfen können. Auch präventive Maßnahmen umfasst das Konzept. Infoveranstaltungen sollen das Angebot noch ergänzen.
Neuer Träger aus Hamm plant die Beratungsstelle
Die Diakonie Ruhr-Hellweg e.V. hat sich als Träger gefunden. Die Einrichtung betreibt bereits das Hammer Frauenhaus und wird den Antrag zur Förderung des neuen Konzepts beim Land NRW stellen. Die Stadt Hamm und ihr Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung unterstützen das Konzept. Die Diakonie ist noch auf der Suche nach größeren Räumlichkeiten in der Innenstadt, in denen die Beratungssstelle im kommenden Jahr eingerichtet werden kann.
Autorin: Louisa Ahlers