
Neue Details zum vereitelten Anschlagsplan eines 16-Jährigen in Hamm
Die Landesregierung hat Fragen zum vereitelten Anschlag auf eine Kirchengemeinde in Hamm beantwortet. Demnach war der 16-jährige Tatverdächtige den Ermittlern schon länger bekannt.
Veröffentlicht:
Behörden hatten den Jugendlichen aus Hamm seit Ende 2024 im Visier
Im Fall des 16-Jährigen aus Hamm, der einen islamistischen Anschlag geplant haben soll, gibt es neue Details aus dem Landtag.
Nachgefragt haben die Abgeordneten Justus Moor aus Hamm und Lisa-Kristin Kapteinat, beide SPD. Daraufhin erklärte die Landesregierung, dass erste Hinweise schon Ende 2024 vom Bundesverfassungsschutz an das Landeskriminalamt flossen. Daraufhin tauschten sich Nachrichtendienste und Polizei regelmäßig aus. Der Jugendliche war am 2. April dieses Jahres nach Hinweisen auf einen geplanten Anschlag auf das Apostolic International Centre in Heessen festgenommen worden.
Bundesverfassungsschutz lieferte erste Hinweise
Eingebunden in den Fall waren neben dem Verfassungsschutz und dem Landeskriminalamt auch die zuständigen Kreispolizeibehörden in Dortmund und Hamm. Dass der Jugendliche heute als Alleintäter eingestuft wird, stützt sich auf die Auswertung seiner sichergestellten Datenträger. Er soll sich laut Ermittlern zwar auf Aufforderung eines Dritten zu der Tat bereiterklärt haben, wollte sie aber nach jetzigem Erkenntnisstand ohne die unmittelbare Beteiligung weiterer Personen ausführen.
Gemeinde in Heessen wurde erst im Juli informiert
Die Behörden hatten den Fall des Jugendlichen mehrfach in landesinternen Konferenzen besprochen. So fanden im Oktober 2025 und im Mai 2026 Treffen unter anderem mit dem Staatsschutz im Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum in Düsseldorf statt. Auf der Sicherheitskonferenz NRW war der Teenager dagegen kein Thema, da dieses Gremium sich laut Landesregierung nicht mit deutschen Staatsangehörigen befasst. Dass die betroffene Kirchengemeinde erst im Juli über die Pläne informiert wurde, begründen die Behörden mit dem Schutz der laufenden Ermittlungen, um mögliche Netzwerke im Umfeld der Terrororganisation nicht aufzuscheuchen.