
Neue Gnus in Hamm: Tierpark baut Afrika-Anlage aus
Im Tierpark Hamm sind vier Weißschwanzgnus eingezogen. Mit dem Einzug der seltenen Tiere verstärkt der Park nochmal mehr den Artenschutz.
Veröffentlicht: Freitag, 27.03.2026 13:55
Vier neue Weißschwanzgnus im Tierpark Hamm
Seit Dienstag, dem 24.3, sind vier Weißschwanzgnus im Tierpark Hamm zuhause. Die Tiere heißen Junona, Geb, Merida und Minerwa und kommen aus dem Zoo im polnischen Posen. Junona ist 11 Jahre alt, Geb 3, Merida 2 und Minerwa 9 Jahre alt. Mit dem Einzug erweitert der Tierpark Hamm seinen Bestand um eine in deutschen Zoos und Parks seltene Tierart. Nach eigenen Angaben ist Hamm die einzige zoologische Einrichtung in Nordrhein-Westfalen, in der Weißschwanzgnus gehalten werden.
Afrika-Anlage in Hamm seit Monaten umgebaut
Der Einzug der Gnus war nach Angaben des Tierparks seit rund eineinhalb Jahren vorbereitet worden. In dieser Zeit wurde der afrikanische Bereich des Tierparks Schritt für Schritt umgebaut und vergrößert. Dafür wurden unter anderem Lamas abgegeben und Wasserböcke umgesetzt, um mehr Platz zu schaffen. Die Anlage soll künftig weiterentwickelt werden, sodass die Gnus dort später auch mit Zebras und Elenantilopen gemeinsam auf einer großen Fläche leben können. Der Umbau für die Gnus ist dabei ein weiterer Schritt in diesem Konzept für den Afrika-Bereich des Tierparks.
„Wir freuen uns, dass wir im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms die neue Tierart bei uns aufnehmen dürfen und so zum Arterhalt beitragen dürfen.“
- Sven Eiber, Zoodirektor des Tierparks Hamm
Tierpark Hamm beteiligt sich am Artenschutz
Mit den Weißschwanzgnus ist der Tierpark Hamm nun Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms. Der Park setzt damit nach eigenen Angaben einen stärkeren Schwerpunkt auf gefährdete Tierarten. Weißschwanzgnus galten Anfang des 20. Jahrhunderts als fast ausgestorben. Damals lebten nur noch rund 500 Tiere auf zwei Wildtierfarmen in Südafrika. Der Bestand ist heute wieder stabil, in Europa soll aber eine Reservepopulation erhalten bleiben, zum Beispiel für den Fall von Seuchenausbrüchen oder einer längeren Dürre.
Weißschwanzgnus generell misstrauischer
Die neuen Tiere gelten als robust und charakterlich speziell. Sie sind häufig nervös und wirken mit ihren großen Hörnern und ihrem markanten Gesichtsausdruck oft grimmig. Nach Angaben des Tierparks sind sie von Grund auf eher wehrhaft eingestellt. Weil sie sich aber ihrer Art entsprechend im Tierpark wohlfühlen sollen, gehen die Tierpfleger ganz geplant auf Abstand. Sie können zum Beispiel ohne direkten Kontakt versorgt werden. Trotzdem haben die Pfleger nach Angaben des Parks bereits eine Bindung zu den neuen Bewohnern aufgebaut und ihnen auch schon erste Kosenamen gegeben - unter anderem "Gnudrun".
Autorin: Reyhan Rahmati, Ute Hien