
Obdachlose in Hamm bekommen Krankenzimmer im Gasthaus
Im geplanten "Gasthaus" (Skizze) an der Kleinen Alleestraße soll künftig ein Sanitätsraum die Betreuung von obdachlosen Menschen ohne Krankenversicherung weiter verbessern.
Veröffentlicht: Freitag, 17.10.2025 05:09
"Gasthaus" in Hamm plant eigenen Sanitätsraum
Das künftige "Gasthaus" für obdachlose Menschen an der Kleinen Alleestraße in Hamm wird mit besonderen medizinischen Einrichtungen ausgestattet. Die Stadt bestätigte auf Nachfrage, dass ein spezieller Raum zur Isolierung kranker Personen ohne direkten Kontakt zu anderen geplant ist. Zusätzlich soll ein Sanitätsraum die medizinische Grundversorgung der oftmals schlecht versorgten Menschen unterstützen. Konzeptionell wird der mobile medizinische Dienst in diesem neuen Bereich helfen, mit Ärzten und ehrenamtlichen Schwestern und Pflegern und gemeinsam mit den Streetworkern und Sozialarbeitern. Damit können kranke Personen nicht mehr morgens "auf die Straße" entlassen werden, sondern erhalten eine medizinische Versorgung und Betreuung auch tagsüber.
Mobiler medizinischer Dienst versorgt Obdachlose in Hamm
Die medizinische Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung stellt Deutschland vor große Herausforderungen. Laut dem Statistischen Bundesamt waren 2019 schätzungsweise rund 61.000 Menschen ohne Krankenversicherung und ohne sonstige Krankenversorgungsansprüche. In Hamm hat sich ein mobiler medizinischer Dienst der besonderen Bedürfnisse obdachloser Menschen angenommen. Das ehrenamtliche Ärzteteam schaut mehrmals pro Woche nach Menschen ohne Dach über dem Kopf und leistet wichtige medizinische Grundversorgung.
Flexible Lösungen auch schon an der Dortmunder Straße in Hamm
Schon am jetzigen Standort der Übernachtungsstelle an der Dortmunder Straße gibt es pragmatische Regelungen für kranke Obdachlose. Menschen müssen morgens nicht krank das Zimmer verlassen, sondern können im Ausnahmefall vor Ort bleiben. Diese Entscheidung treffen die vor Ort tätigen Mitarbeiter im Einzelfall und in enger Abstimmung. Ein Stadtsprecher betont, dass dies bereits jahrelange Praxis sei. Die Stadt zeigt sich überzeugt, dass mit dem neuen "Gasthaus" die Situation für die von Obdachlosigkeit betroffenen Menschen in Hamm noch einmal deutlich verbessert werden kann.
Öffentliche Aufmerksamkeit für Versorgungslücken in Hamm
Der Fall des Schauspielers Heinz Hoenig, der aufgrund fehlender Krankenversicherung auf Spenden angewiesen ist, hat das Thema öffentlichkeitswirksam gemacht. Seine Situation hat eine Debatte über Lücken im deutschen Sozialsystem angestoßen, die vor allem auch Menschen am Rande der Gesellschaft, wie Obdachlose, betrifft.
Autorin: Ute Hien