
Pflegedienst aus Hamm erhält bundesweite Aufmerksamkeit
Das GAP-Projekt "Gute Arbeitsbedingungen in der Pflege" hat bei Gerdas Pflegedienst aus Hamm für nachhaltige Verbesserungen gesorgt. SPD-Bundestagsabgeordneter Michael Thews informierte sich vor Ort über die positiven Erfahrungen des zweijährigen Programms.
Veröffentlicht: Donnerstag, 22.01.2026 05:21
Nachhaltige Verbesserungen bei Gerdas Pflegedienst in Hamm
Das Projekt GAP "Gute Arbeitsbedingungen in der Pflege" hat bei Gerdas Pflegedienst aus Hamm deutliche Fortschritte erzielt. Von 2021 bis 2023 arbeitete das Unternehmen gemeinsam mit einem erfahrenen Coach daran, die Zufriedenheit der Mitarbeitenden nachhaltig zu verbessern. Dabei wurden sowohl die Arbeitsbedingungen in ambulanten als auch stationären Pflegeeinrichtungen genau unter die Lupe genommen und durch passgenaue Maßnahmen optimiert. Ein besonderer Fokus lag auf der Nutzung digitaler Potenziale zur Arbeitsverbesserung.
"Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass das hier hervorragende Arbeitsplätze sind" - Michael Thews, SPD-Bundestagsabgeordneter
Fachkräftemangel und Versorgungszeiten als zentrale Herausforderungen
Geschäftsführer Alexander Kotzur identifiziert den Fachkräftemangel als eines der Hauptprobleme im Pflegeberuf. Hinzu kommt die Herausforderung, dass Kunden manchmal bestimmte Versorgungszeiten benötigen, die der Pflegedienst nicht anbieten kann. Diese strukturellen Probleme erfordern kreative Lösungsansätze und eine kontinuierliche Anpassung der Arbeitsorganisation. Das GAP-Projekt setzte genau an diesen Punkten an und entwickelte gemeinsam mit den Mitarbeitenden praxistaugliche Verbesserungen, die dafür gesorgt haben, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Konkrete Erfolge durch GAP-Projekt in Hamm
Die zweijährige Projektlaufzeit brachte messbare Veränderungen mit sich. Die Mitarbeitenden zeigten sich offener für Veränderungen, während der Betrieb seine Strukturen grundlegend umstellte. Besonders die familienfreundlichere Gestaltung des Arbeitsfeldes soll es ermöglichen, eine größere Breite an Menschen als potenzielle Arbeitskräfte zu gewinnen. Ein weiterer wichtiger Baustein war die Umstellung auf ein digitales Fortbildungssystem, durch das Mitarbeitende ihre Weiterbildungen zeitlich unabhängig absolvieren können. Diese Flexibilität trägt erheblich zur Attraktivität des Arbeitsplatzes bei.
Kosten und Förderung des Pflegeprojekts
Die eigenbetrieblichen Kosten für das GAP-Projekt beliefen sich auf 7.000 bis 10.000 Euro. Erfreulicherweise wurden etwa 50 Prozent der Kosten durch Förderungen erstattet, was die finanzielle Belastung für den Pflegedienst deutlich reduzierte, so Geschäftsführer Alexander Kotzur. Diese Förderstruktur macht ähnliche Projekte auch für andere Pflegeeinrichtungen in der Region attraktiv und umsetzbar.
Strukturelle Veränderungen und Mitarbeiterstärkung
Das Baukastensystem des GAP-Projekts ermöglichte es unter anderem, durch Mitarbeiterbefragungen konkrete Defizite zu identifizieren und passende Lösungsbausteine zu implementieren. Ein besonders wichtiger Aspekt war die Lösung des Problems "Zwischen den Stühlen stehen": Wenn Kunden vor Ort Anliegen hatten, wussten Mitarbeitende oft nicht, wie sie reagieren sollten, da normalerweise die Pflegedienstleitung solche Situationen regelt. Durch das Projekt konnten Strukturen geschaffen werden, die den Mitarbeitenden den Rücken freihalten und ihnen mehr Handlungssicherheit geben.