
Portalpraxis Hamm-Heessen neu gestaltet
Die Portalpraxis an der St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen präsentiert sich in neuem Design mit deutlich sichtbaren Hinweisen auf die 116 117. Die Notfall-Hotline soll Patienten künftig noch besser über passende Behandlungsoptionen informieren und Notaufnahme sowie Bereitschaftsdienst entlasten.
Veröffentlicht: Freitag, 23.01.2026 11:42
Hamm wird Pilotpraxis für ganz Westfalen-Lippe
Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) und die St. Barbara-Klinik haben ihre gemeinsame Portalpraxis in Hamm-Heessen umgestaltet. Seit dieser Woche sind die bundesweite Rufnummer 116 117 und ein QR-Code zur Website 116117.de im gesamten Empfangsbereich gut sichtbar angebracht. Kurze Informationen auf Aushängen in frischen Farben erläutern die Hilfsangebote der Kassenärztlichen Vereinigung. Mit der Neugestaltung übernimmt Hamm eine Vorreiterrolle als Pilotpraxis für ganz Westfalen-Lippe. Die umgestaltete Portalpraxis macht vor Ort auf die Möglichkeit aufmerksam, zuvor eine schnelle Einschätzung der gesundheitlichen Beschwerden zu erhalten.
„Der Gedanke der gemeinsamen Versorgung wird hier von den Teams von Klinik und Bereitschaftsdienst schon gelebt. Und jetzt sind unsere Angebote an dem gemeinsamen Tresen der vor zwei Jahren errichteten Portalpraxis noch besser zu verstehen." - Dr. Ulrich Tappe, KVWL-Notfalldienstbeauftragter
Hohe Bekanntheit der 116 117 in Hamm noch ausbaufähig
Einer repräsentativen Forsa-Umfrage vom September 2025 zufolge kennen bereits 78 Prozent der Befragten die bundesweit kostenfreie, rund um die Uhr erreichbare Rufnummer 116 117. Trotz dieser hohen Bekanntheit sieht die KVWL noch Verbesserungspotential. Auch vor Ort in Hamm soll verstärkt für die Hilfehotline im Akutfall geworben werden. Das „Patienten-Navi" oder die telefonische Beratung unter 116 117 bieten eine schnelle medizinische Ersteinschätzung der Beschwerden. Die strukturierte Beratung kann unter Umständen Zeit und Wege sparen, wenn andere Behandlungsformen wie die Videosprechstunde sinnvoller sind als der Gang in die Portalpraxis.
„Wer ein akutes gesundheitliches Problem hat, ist bereits zuvor beim Patientenservice 116 117 rund um die Uhr bestens aufgehoben – und spart sich den Weg in die Portalpraxis, wenn eine andere Behandlungsform sinnvoller ist." - Dr. Ulrich Tappe, KVWL-Notfalldienstbeauftragter
Entlastung der Notaufnahme in Hamm durch 1.000 Patienten
Die Zusammenarbeit zwischen Notaufnahme und Bereitschaftsdienstpraxis zeigt bereits deutliche Erfolge. Allein über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel wurden in der Portalpraxis an der St. Barbara-Klinik rund 1.000 Patientinnen und Patienten versorgt. Für die Notaufnahme bedeutet diese Kooperation mit der KVWL eine erhebliche Entlastung. Die Teams am Anmeldetresen bestätigen, dass die Angebote der Bereitschaftsdienstpraxis gut wahrgenommen und genutzt werden. Bei akuten, schweren Verletzungen, plötzlich auftretenden starken gesundheitlichen Problemen oder lebensbedrohlichen Situationen gilt weiterhin: Direkter Weg in die Notaufnahme oder Anruf beim Rettungsdienst unter 112.
„Durch die verbesserte Orientierung und die Nutzung der 116 117 können wir unsere Notaufnahme gezielt für die Versorgung schwerer und lebensbedrohlicher Notfälle freihalten. Gleichzeitig profitieren Patientinnen und Patienten mit weniger dringlichen Beschwerden von kürzeren Wartezeiten und passgenauen Behandlungsmöglichkeiten." - Dr. Friederike Haermeyer, leitende Ärztin der Zentralen Notaufnahme St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen
KVWL Münster empfiehlt 116 117 als Handy-Kontakt
Die positive Entwicklung der Portalpraxis bestärkt die Verantwortlichen in ihrer Strategie. Immer mehr Patientinnen und Patienten finden den Weg zur Bereitschaftsdienstpraxis über die 116 117, was bei den Menschen gut ankommt. Die 116 117 fungiert als zentraler Wegweiser im Akutfall und gehört untrennbar zu den Bereitschaftsdienstpraxen, die öffnen, wenn die Praxen der Haus- und Fachärzte geschlossen haben. Das bundesweit genutzte Softwareprogramm „SmED" stellt rund 20 gezielte Fragen zum Beschwerdebild und ermittelt eine Empfehlung zur Behandlungsdringlichkeit und zum korrekten Behandlungsort. Typische Fälle für den Bereitschaftsdienst sind Erkältungskrankheiten, grippale Infekte mit Fieber, Magen-Darm-Infekte oder akute Bauchschmerzen.
„Wir wollen den Patienten von Anfang an mehr Orientierung bieten. Alle sollen wissen: Die 116 117 ist der zentrale Wegweiser im Akutfall. Darum lautet unsere Empfehlung an die Menschen in Hamm und ganz Westfalen-Lippe: Speichern Sie die 116 117 doch einfach in Ihrem Handy!" - Dr. Hendrik Oen, Leiter der KVWL-Bezirksstelle Münster
Autorin: Jacqueline Schlüsener