
Redebedarf bei Grundbesitzabgaben in Hamm
Nach dem Versand der Grundsteuer-Bescheide sind bei der Stadt Widersprüche ins Haus geflattert und es gab hunderte verschiedene Nachfragen.
Veröffentlicht: Mittwoch, 11.02.2026 15:00
Welle von Nachfragen in Hamm
Die Grundsteuer-Bescheide der Stadt Hamm haben in den ersten beiden Wochen nach dem Versand eine wahre Flut an Reaktionen ausgelöst. Rund 900 Anrufe und persönliche Gespräche sowie etwa 700 E-Mails gingen bei der Stadtverwaltung ein. Ein Stadtsprecher bestätigte die hohe Zahl der Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Die meisten Nachfragen bezogen sich jedoch nicht auf die Grundsteuer selbst, sondern auf die Abfall- und Entwässerungsgebühren. Besonders die für 2026 angekündigten Gebührensteigerungen führten laut Stadt zu Verunsicherung bei vielen Betroffenen.
offizielle Widersprüche gegen Grundsteuer-Bescheide in Hamm
Deutlich weniger, aber rechtlich relevanter sind die bislang 46 eingereichten Widersprüche gegen die Grundsteuer-Bescheide. Von diesen beziehen sich 15 Fälle direkt auf die Urteile des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen vom 4. Dezember 2025. Das Gericht hatte die unterschiedlichen Grundsteuer-Hebesätze für rechtswidrig erklärt, was auch das Hammer Grundsteuermodell betrifft. Klagen vor Gericht gibt es derzeit noch nicht. Die Stadt rechnet damit, über die eingereichten Widersprüche voraussichtlich noch im ersten Halbjahr 2026 zu entscheiden.
Rechtsunsicherheit spielt untergeordnete Rolle in Hamm
Überraschend für die Stadtverwaltung war, dass die unsichere Rechtslage nach dem Grundsteuer-Urteil zu gesplitteten Hebesätzen bei den Bürgernachfragen nur eine untergeordnete Rolle spielte. Im Mittelpunkt der Gespräche standen stattdessen die üblichen Fragen zu Abfall- und Entwässerungsgebühren. Die Verwaltung führt dies auch auf die bereits kommunizierten Gebührensteigerungen für das Jahr 2026 zurück. Diese Entwicklung zeigt, dass trotz der rechtlichen Diskussion um die Grundsteuer andere kommunale Abgaben die Bürger in Hamm derzeit stärker beschäftigen.