
Sportangebot für Parkinson-Patienten in Hamm geplant
Ein Sportprogramm aus Kassel zeigt, wie Parkinson-Patienten durch Bewegung fitter werden. Jetzt soll es auch in Hamm starten.
Veröffentlicht: Mittwoch, 28.01.2026 15:14
Vorbild für Hamm kommt aus Kassel
Parki-Sport - so heißt ein Sportangebot für Parkinson Erkrankte, das es seit gut einem Jahr in Kassel gibt - und das jetzt auch in Hamm etabliert werden soll. Zu einer ersten Info-Veranstaltung kamen rund 100 Interessierte in die St. Barbara-Klinik. Ernesto Plantera ist Boxtrainer und Initiator der Parki-Sport Bewegung in Kassel - und er sieht tagtäglich, wie die Patienten durch das Training beweglicher werden:
"Es gibt Beispiele, wo die Patienten langsamen Schrittes reinkommen, ganz typische Parkinson Symptomatik. Und plötzlich springen sie im Training nach links und rechts. Innerhalb einer Stunde. Das ist das, was jeden Trainer begeistern müsste." - Ernesto Plantera
Ergänzende Therapie für hunderte Betroffene in Hamm
Parkinson ist eine relativ häufige Krankheit im Alter: Rund 1 Prozent der 60Jährigen erkrankt daran, und 3 Prozent der 80Jährigen. Der Körper produziert zu wenig Dopamin, was zu Muskelzucken und unsicherem Gang führt. Dr. Christiane Padé ist sehr jung erkrankt, mit Mitte 40. Ihr hilft der Parki-Sport sehr:
"Der Sport treibt die Muskeln an und damit laufen die Dopamin-Medikamente besser durch. Das ist meine Erfahrung. Dadurch werden die Wirksamkeits-Schwankungen verringert." - Dr. Christian Padé
Belegte Wirkung des Parki-Sports auf das Nervensystem der Patienten
Bei der Auftakt-Veranstaltung im völlig überfüllten Konferenzraum der Barbara-Klinik wünschten sich viele Teilnehmer, dass es auch in Hamm spezielle Sport-Angebote für Parkinson-Patienten gibt. Ernesto Plantera bietet an, sie zu unterstützen:
"Deshalb appelliere ich an Hamm, dass sich Trainer und Vereine finden, die Sport für Parkinson-Erkrankte anbieten. Täglich ein Kurs zu einer festen Uhrzeit. Boxen, Tanzen oder Tischtennis. Sie werden merken, wieviel es auch dem Trainer gibt, weil die Begeisterung von den Teilnehmern zurück kommt." - Ernesto Plantera
Dr. Christiane Padé ist überzeugt davon, dass gemeinsamer Sport ohne Leistungsdruck auf die Parkinson-Symptomatik sehr positive Auswirkungen hat:
"Auch weil die verschiedenen Sportarten unterschiedlich auf den Körper wirken. Beim Tischtennis macht man den Schlag fast automatisch, beim Boxen spielen Koordination, Reaktion und Gleichgewicht eine Rolle. Das fördert das unwillkürliche Nervensystem und damit kann man das willkürliche auch wieder in Gang kriegen." - Dr. Christiane Padé
Beispiel aus Kassel soll Schule in Hamm machen
Vereine, die Interesse haben, Parki-Sport in Hamme anzubieten oder auch interessierte Betroffene könne sich bei der Selbsthilfe-Kontaktstelle des Paritätischen in Hamm melden.
Autorin: Simone Niewerth