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Stadt Hamm verspricht Ende des Müll-Chaos
© Symbolbild / Radio Lippewelle Hamm
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Stadt Hamm verspricht Ende des Müll-Chaos

Nach monatelangen Problemen bei der Müllabfuhr in Hamm hat Oberbürgermeister Marc Herter Besserung versprochen. Bis Ende Mai sollen alle Tonnen wieder pünktlich geleert werden. Am Montag, 18.5, gibt es dazu eine Sondersitzung des Rates.

Veröffentlicht: Mittwoch, 13.05.2026 04:29

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Tourenplanung auf dem Papier

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Seit Jahresbeginn läuft die Müllabfuhr in Hamm nicht mehr rund. Wegen neuer Sicherheitsregeln dürfen Müllwagen nicht mehr rückwärts rangieren, weshalb für knapp 270 problematische Straßenabschnitte kleinere Fahrzeuge und komplett neue Touren eingeführt wurden. Laut Stadt hat ein externer Dienstleister diese Routen aber nur auf dem Papier geplant, wodurch unvorhergesehene Hindernisse die Fahrten massiv verzögert haben.

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Über 23.000 Anrufe von verärgerten Bürgern beim ASH.

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Für die Beschäftigten des Abfallbetriebs ASH bedeutete das in den vergangenen Monaten viele Überstunden und massiven Frust von Anwohnern. Oberbürgermeister Marc Herter nahm die Mitarbeiter in Schutz und lobte den enormen Einsatz der Teams, die teilweise samstags oder bis in den Abend gefahren sind. Um die systematischen Fehler jetzt zu beheben, suchen Stadt und Dienstleister nach Lösungen für die teils zu langen oder zu kurzen Touren.

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Keine Erstattung von Müllgebühren

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Für euch gibt es nun das Versprechen, dass stehengelassene Tonnen zeitnah durch die zusätzlich gemieteten Fahrzeuge abgeholt werden. "Darüber waren die Bürger zu recht sauer“, sagte OB Marc Herter gegenüber den Medien im Vorfeld der Ratssitzung. Es ist das erste Mal, dass sich der OB persönlich in der Öffentlichkeit dazu äußert.. Eine finanzielle Erstattung für die Ausfälle der letzten Wochen ist laut Stadt aus rechtlichen Gründen jedoch nicht möglich.

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Unfallschutz als Ursache für neue Tourenplanung

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Hintergrund für die Umstellung war der Unfallschutz der Mitarbeiter. Müllwagen dürfen in Straßen ohne Wendemöglichkeit nicht mehr rückwärtsfahren, weshalb der Einsatz von wendigeren Engstellenfahrzeugen vorgeschrieben ist. Da diese Wagen weniger Müll fassen und öfter zur Deponie müssen, musste das komplette System neu berechnet werden.

Die CDU hat eine Sonderratssitzung beantragt, um Gründe und Folgen der Probleme mit der Müllabfuhr aufzuklären. Sie findet am Montag, 18.5., ab 16 Uhr im Sitzungssaal des Technischen Rathauses statt.

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Stadt benennt mehrere Gründe für Pannen

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Als Grund für die Panne geben Stadt und ASH mehrere Ursachen an. Für die Neuplanung hat die Stadt einen privaten Dienstleister beauftragt, die INFA. Das habe übrigens auch die CDU im Umweltausschuss mitbeschlossen, und zwar schon 2022, betonte Oberbürgermeister Marc Herter. Die arbeite für viele Kommunen, hat die neuen Touren aber offenbar nur auf dem Papier geplant. Das sei ein Fehler gewesen.

„Wir hätten die Touren vorher abfahren sollen.“ Oberbürgermeister Marc Herter

Zwar nicht mit Müllfahrzeugen im Volltestlauf, aber einfach mit dem Auto. Dann wären Probleme wie zu niedrige und enge Brücken, Poller oder andere zugeparkte Einfahrten aufgefallen, die die Touren verlängern. Dazu kämen kleinteilige Mängel wie fehlende Schlüssel beim Abholservice, wenn das Team gewechselt hat. Das hätte aber nach der 2. Tour behoben sein müssen. Mit den zusätzlichen Biotonnen ab März sei das System endgültig an die Grenzen gekommen. Wenn da noch ein Müllauto defekt gewesen sei, habe es keine Reserve mehr gegeben, so Dezernent Burgard.

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Systematische Fehler in der Tourenplanung

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Dass das Problem bei drei Prozent der Tonnen immer noch nicht abgestellt ist, liege an systematischen Fehlern, also einerseits zu langen, andererseits zu kurzen Touren. Denn wenn das Müllauto voll ist, muss es zum Entladen zur Deponie, wenn dann noch 20 Tonnen in der Straße stehen, könnten die Kollegen zwar zurückfahren und die auch noch leeren, aber auch ihr Müllauto müsste wieder entleert werden. Denn aus Sicherheitsgründen dürfen keine beladenen Müllautos auf der Deponie übernachten. Diese Tonnen sind dann stehen geblieben, damit nicht noch mehr Überstunden anfallen.

„Es wurden eventuell Touren auseinandergeschnitten, der eine fährt zu wenig, der andere mit zu viel.“ Dezernent Volker Burgard.

Der ASH will diese strukturellen Mängel jetzt möglichst schnell aufspüren, zusammen mit dem privaten Dienstleister. Auch weil die beiden gemieteten Müllfahrzeuge Geld kosten-bisher 70.000 Euro für Personal und 17.000 Euro für die Kipper. Die Stadt behalte sich eine Regressforderung vor.

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Stadt setzt auf Digitalisierung

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Auf Dauer setzt die Stadt auf die weitere Digitalisierung. Zwar sind einige Tonnen seit einigen Jahren gechipt, d.h. haben einen Barcode. Das Programm sei aber wegen technischer Mängel eingestellt worden. Mit einer durchgehenden Digitalisierung von der Tonne bis zur MVA wären Fehler zwar nicht ausgeschlossen, sie würden aber eher auffallen. ASH-Betriebsleiterin Tamari Kersten: „Wenn wir digital unterwegs sind, können wir ein Foto übergetragen, falls eine Tonne nicht geleert werden kann, z.B. weil es eine Baustelle gibt. Das kann als Nachweis dienen. Wir können dann Konsequenzen ziehen. Unser Ziel sind glückliche Kunden“. 

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