
Stadt Hamm zieht erste Bilanz zur Waschbären-Jagd
Zu Beginn der Schonzeit zieht die Stadt ein Zwischenfazit zur Jagd von Waschbären im Stadtgebiet. Durch eine Kooperation zwischen der Hammer Jägerschaft und dem Umweltamt konnten Tiere in Fallen gefangen und getötet werden.
Veröffentlicht: Freitag, 06.03.2026 07:58
Warum die Stadt Hamm auf die Waschbären reagiert hat
Waschbären sind in Hamm eine invasive Art. Die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Tiere haben hier keine Fressfeinde. Allerdings stellen sie für heimische Tiere eine Bedrohung dar: Auf ihrem Speiseplan stehen zum Beispiel die Kröte oder Eier heimischer Vögel.
Aufgrund des Anstiegs der Waschbärenpopulation in Hamm, hat die Stadt reagiert. Durch eine Kooperation mit der Kreisjägerschaft und einer Pauschalgenehmigung in Teilen befriedeter Gebiete, konnten Waschbären getötet werden. Befriedete Gebiete, sind zum Beispiel Wohngebiete, in denen normalerweise nicht gejagt werde darf. In diesen befriedeten Gebieten wurden 54 Tiere getötet, im gesamten Stadtgebiet 670 Tiere.
Die Stadt schätzt eine Population von etwa 3000 Tieren in Hamm.
"Wir sind sehr stolz darauf, dass das so gut funktioniert, und bedanken uns auch sehr bei der Kreisjägerschaft und den zuständigen Jägerinnen und Jägern, die uns da unterstützen." - Peter Martin, Leiter des Umweltamts Hamm
Privathaushalte rufen an, die Stadt vermittelt
Wer einen Waschbär in seinem Garten oder Haus bemerkt, kann das Umweltamt kontaktieren. Die Stadt vermittelt Jäger, die freiwillig gegen eine Aufwandsentschädigung bei den Hammern und Hammerinnen vorbeikommen. Nach einer Auskundschaftung wird eine Falle mit Melder aufgestellt. Sobald dieser auslöst, wird der Jäger oder die Jägerin informiert und kommt, um das Tier vor Ort oder möglichst in der Nähe zu töten. Zum Schutze des Tierwohls solle die Tötung möglichst schnell passieren, so die Stadt.
"Keiner von uns hat Interesse, möglichst viele Haushalte aufzusuchen, um diese Jagd dort auszuüben. Das Beste und Beste für alle ist einfach zu vermeiden, dass die Waschbären überhaupt in die Hausgärten kommen. " - Jagdberater Burkhardt Huffelman
Weg mit den Futterquellen
Um gar nicht erst Waschbären im eigene Garten oder Haus zu haben heißt es: Weg mit dem Futter. Dazu zählt Vogel- oder Katzenfutter, das nachts am Besten ins Wohnhaus gebracht wird. Mülltonnen sollten weggesperrt oder fest verschlossen werden. Und auch, wenn die Tiere süß aussehen: Nicht füttern oder anfassen. Wer Waschbären über einen längeren Zeitraum füttert, müsse damit rechnen, dass die Tiere randalieren, wenn ihnen das Futter ausgeht, so Jagdberater Burkhardt Huffelman. Auch anfassen sollte man die Tiere nicht, da sie den Waschbärspülwurm auf Mensch und Tier übertragen können. Hundebesitzer sollten ihre Vierbeiner zudem nicht in die Nähe der Waschbären lassen, das sie das Staupe-Virus übertragen können. Helfen kann eine präventive Impfung der eigenen Haustiere. Zudem sei es möglich, dass Waschbären die eigenen Hunde angreifen, so Huffelman.
Wo man sich bei Waschbären im Garten oder Haus melden kann
Wer einen Waschbären im Garten bemerkt kann sich im Vorzimmer des Umweltamts melden, unter der 02381 177101. Nach Ende der Schonzeit ab dem 1. August werde die Liste der Betroffenen chronologisch abgearbeitet, so die Stadt. Die Kosten für den Einsatz der Jäger, belaufen sich auf einmalig, sowie für jede notwendige Anfahrt jeweils 30 Euro. Die Erlegung kostet zusätzlich 20 Euro.