
Steigende Brandgefahr durch Trockenheit in Hamm
Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen erhöhen aktuell die Gefahr für Wald- und Flächenbrände. Die Feuerwehr Hamm warnt vor Unachtsamkeit und bittet Bürgerinnen und Bürger um besondere Vorsicht.
Veröffentlicht: Donnerstag, 30.07.2026 09:20
Wald- und Grasbrandgefahr steigt
Die Trockenheit sorgt aktuell für eine erhöhte Brandgefahr in Hamm und der Region. Nach Angaben der Feuerwehr Hamm liegt der Waldbrand-Gefahrenindex derzeit bei Stufe 3 von 5. Wegen der erwarteten hohen Temperaturen wird für Donnerstag (30.7.) mit einem Anstieg auf Stufe 4 gerechnet. Für Freitag (31.7.) wird aktuell wieder eine Rückstufung auf Stufe 3 erwartet. Grundlage sind die Werte der nächstgelegenen Messstelle des Deutschen Wetterdienstes in Werl. Auch der Grasbrand-Gefahrenindex liegt aktuell bei Stufe 3 und soll für die kommenden Tage auf Stufe 4 steigen. Damit steigt vor allem die Gefahr für trockene Wiesen und Felder.
Feuerwehr bittet um besondere Vorsicht
Die Feuerwehr Hamm warnt davor, dass gerade bei trockener Vegetation schon kleine Ursachen große Folgen haben können. Besonders gefährlich seien weggeworfene Zigaretten oder der falsche Umgang mit offenem Feuer.
Auch heiße Fahrzeugteile könnten Brände auslösen.Wer auf trockenen Wiesen, hohen Gräsern oder unbefestigten Wegen parkt, könne durch heiße Auspuffanlagen oder Katalysatoren einen Brand verursachen. Fahrzeuge sollten deshalb nur auf befestigten Flächen abgestellt werden, so die Feuerwehr.
Schon kleine Funken reichen aus
Auch der Landwirtschaftliche Kreisverband Ruhr-Lippe appelliert an die Bevölkerung, besonders vorsichtig zu sein. Nach Angaben des Verbandes hat es in der Region bereits Brände auf und an landwirtschaftlichen Flächen gegeben. Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe, Thomas Döring, warnt, dass ein kleiner Funke derzeit ausreichen könne, um einen Flächenbrand auszulösen. Neben Zigaretten und Fahrzeugen könnten auch Glasscherben oder Flaschen gefährlich werden. Durch den sogenannten Brennglaseffekt können sie trockenes Gras oder Getreide entzünden. Auch Erntemaschinen stündenn aktuell besonders im Fokus, da sie Feuer fangen könnten.
Angespannte Situation in NRWs Wäldern
Auch das Land Nordrhein-Westfalen warnt vor der angespannten Situation in den Wäldern. Die Trockenheit belaste Pflanzen und Bäume. Einige Baumarten würden bereits ungewöhnlich früh Verfärbungen der Blätter zeigen. Nach Angaben des Landes reagieren Bäume in Trockenperioden mit einer frühen Laubverfärbung und werfen teilweise Blätter ab, um Wasserverluste zu verringern. Auffällig sei in diesem Jahr vor allem der frühe Zeitpunkt dieser Reaktion. Gleichzeitig könnten sich durch die trockenen Bedingungen auch Schädlinge wie Borkenkäfer und bestimmte Pilzarten stärker ausbreiten.
Land setzt auf Technik gegen Waldbrände
Innenminister Herbert Reul weist darauf hin, dass bei einem Brand jede Minute zählt. Wer im Wald Rauch oder Feuer bemerkt, soll sofort die 112 wählen. Außerdem sollten Waldwege und Zufahrten frei bleiben, damit Einsatzkräfte schnell an den Brandort gelangen können. Um Waldbrände schneller erkennen und bekämpfen zu können, setze Nordrhein-Westfalen verschiedene Maßnahmen ein. Das Land nutze unter anderem das Kamerasystem „FireWatch“, das Rauchentwicklungen frühzeitig erkennen kann. Außerdem stünden spezielle Löschfahrzeuge, sogenannte „FireFighter“, bereit. Sie könnten auch in schwierigem Gelände eingesetzt werden und würden bei Bedarf von Feuerwehren angefordert.