
Stille Demo vor Hammer Kita St. Liborius
Die katholische Kindertageseinrichtung St. Liborius in der Jupiterstraße lädt am Dienstag (31.3.) um 14 Uhr zu einer stillen Demonstration ein. Nach dem Vorbild der Kita St. Josef in Hamm-Westen protestieren Mitarbeitende und Eltern schweigend gegen die geplanten Änderungen des Kinderbildungsgesetzes.
Veröffentlicht: Montag, 30.03.2026 16:00
Zweite Kita in Hamm protestiert gegen KiBiz-Reform
Fehlende Kita-Plätze, Fachkräftemangel und Finanzierungsprobleme bewegen auch die katholische Kindertageseinrichtung St. Liborius in der Jupiterstraße zu außergewöhnlichen Protestformen. Am Dienstag, den 31. März 2026 um 14:00 Uhr findet vor der Einrichtung eine "stille Demo" statt, zu der Kitaleitung Tanja Steiner alle Interessierten einlädt. Die Aktion ist Teil einer landesweiten Kampagnenwoche, die von den Mitarbeitervertretungen und Trägern der katholischen Kindertageseinrichtungen im Erzbistum organisiert wird. Die Kita St. Josef in Hamm-Westen hatte bereits in dieser Woche eine ähnliche schweigend Protestaktion durchgeführt.
Stumme Kritik an Hammer Kita-Politik
Die Teilnehmenden der morgigen Protestaktion befürchten durch die geplanten KiBiz-Änderungen eine Verschlechterung der Betreuungsqualität. Besonders kritisch sehen sie die vorgesehene Aufteilung der Öffnungszeiten in "Kernzeiten" und "Randzeiten", die nach Ansicht der Kita-Mitarbeitenden zu ständig wechselnden Ansprechpersonen für die Kinder führen würde. Die Protestform des gemeinsamen Schweigens soll symbolisieren, dass der aktuelle Gesetzentwurf die Betroffenen sprachlos macht. Kitaleitung Tanja Steiner und ihr Team haben bereits Plakate für die Demonstration vorbereitet und hoffen auf Unterstützung durch die lokalen Medien.
Finanzierungsprobleme bedrohen kleine Hammer Kitas
Die Stadt Hamm hatte vor vier Jahren die Kitagebühren deutlich gesenkt. Außerdem baut sie die Betreuung weiter aus. Dennoch reicht das aktuelle Finanzierungssystem nach Ansicht der Protestteilnehmenden nicht aus, um steigende Kosten für Energie und Reparaturen zu decken. Besonders kleine Kindertageseinrichtungen mit nur ein oder zwei Gruppen haben es sehr schwer zu überleben. Die Demonstranten fordern eine Finanzierung, die die tatsächlichen Kosten abdeckt und gleichzeitig die pädagogische Qualität in den Vordergrund stellt. Die schweigenden Proteste sollen verdeutlichen, dass wichtige "Tür-und-Angel-Gespräche" zwischen Erziehern und Eltern durch die neuen Zeitregelungen gefährdet sind.
"Wir sind sprachlos - Politik betreibt mit dem KiBiz-Entwurf Realitätsverweigerung!" - Protestteilnehmende der Kita St. Liborius