
Teilzeit-Debatte : Wirtschaft in Hamm fordert Flexibilität
Hammer Unternehmer reagieren auf den CDU-Vorstoß zur Eindämmung des Teilzeit-Rechts. Sie fordern stattdessen bessere Rahmenbedingungen und mehr Flexibilität am Arbeitsplatz.
Veröffentlicht: Donnerstag, 29.01.2026 05:28
Hammer Wirtschaft uneins über Teilzeit-Einschränkung
Die Debatte um den CDU-Vorstoß zur Eindämmung des Teilzeit-Rechts beschäftigt auch die Hammer Wirtschaft. Beim IHK-Wirtschaftsgespräch im Heinrich-von-Kleist-Forum äußerten sich Unternehmer unterschiedlich zu dem umstrittenen Vorschlag des Wirtschaftsflügels der Union. Während einige das bestehende Teilzeitmodell als funktionierend bewerten, sehen andere durchaus Reformbedarf.
"Ich bin überrascht über die Diskussion und den Vorstoß. Das sind wichtige Arbeitskräfte, die wir brauchen und wenn wir die Beschäftigungsquote erhöhen wollen, brauchen wir Teilzeit." - Pascal Ledune, Geschäftsführer der Hammer Wirtschaftsagentur Impuls
Flexibilität statt Vorgaben: Hammer Unternehmer setzen andere Prioritäten
Pascal Ledune von der Wirtschaftsagentur Impuls sieht das Teilzeitmodell als wichtigen Baustein für den Arbeitsmarkt. Besonders für Elternteile sei Flexibilität entscheidend, um überhaupt berufstätig sein zu können. Seine Einschätzung deckt sich mit der Position anderer Hammer Wirtschaftsvertreter, die ebenfalls auf flexiblere Arbeitsmodelle setzen. Thomas Schäfer vom Handelsverband Westfalen-Münsterland betont die Bedeutung menschlicher Freizeitmodelle und kann die geplante Eindämmung nicht nachvollziehen.
"Ich glaube, dass Flexibilität das Entscheidende ist - und nicht Vorgaben. Ich glaube nicht, dass das die richtige Debatte zu dieser Zeit ist." - Pascal Ledune, Geschäftsführer der Hammer Wirtschaftsagentur Impuls
Geteilte Meinungen in Hamms Unternehmerschaft
Nicht alle Hammer Wirtschaftsvertreter lehnen den CDU-Vorschlag komplett ab. Marion Fink, IHK-Vizepräsidentin und Geschäftsführerin der Fink Tec GmbH, zeigt sich für eine gezielte Einschränkung offen. Sie befürwortet Teilzeit für Menschen mit Care-Arbeit, sieht aber bei anderen Personengruppen durchaus Diskussionsbedarf. Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund, plädiert für bessere Alternativen statt pauschaler Eindämmung. Er fordert verbesserte Infrastrukturen wie Kitas und Betreuung älterer Menschen, damit Teilzeit-Arbeitnehmer die Chance bekommen, auch Vollzeit zu arbeiten.
"Wenn man das Teilzeitmodell jetzt auf die Personengruppen spezifiziert, die es wirklich im Sinne der Gesellschaft machen - die dann Care-Arbeit oder so etwas machen - dann finde ich das auch in Ordnung." - Marion Fink, IHK-Vizepräsidentin und Geschäftsführerin der Fink Tec GmbH
Hammer Wirtschaft fordert bessere Rahmenbedingungen
Einigkeit herrscht bei den Hammer Unternehmern in einem Punkt: Die Rahmenbedingungen müssen verbessert werden. Thomas Schäfer vom Handelsverband sieht den Ausbau von Kitas und Schulbetreuung als wichtigere Maßnahmen. Auch andere Wirtschaftsvertreter setzen auf strukturelle Verbesserungen statt auf Zwang.
"Man muss die Rahmenbedingungen verbessern, mehr Kitas, mehr Schulen, mehr öffentliche Personensorge, dann können alle Leute auch anders arbeiten." - Thomas Schäfer, Geschäftsführer des Handelsverbands Westfalen-Münsterland
Autorin: Louisa Ahlers