Treckerkonvoi fährt durch Hamm

150 Trecker mit einer Gesamtlänge von sechs Kilometern fuhren die Nacht auf ihrem Weg nach Bonn durch Hamm.

Rund 10.000 Landwirte und etwa 800 Trecker werden beim bundesweiten Aktionstag des Netzwerks «Land schafft Verbindung» zur zentralen Kundgebung am Vormittag in Bonn erwartet. Die Landwirte sehen sich in der Umwelt- und Landwirtschaftspolitik nicht mehr gehört, so die Oranganisatoren. Ein Teil der Traktoren ist in der Nacht auch durch Hamm gerollt. Sie kamen auf der B 63 aus Drensteinfurt und sind dann weiter Richtung Kreis Unna gefahren. Es sind 150 Traktoren auf einer Gesamtlänge von sechs Kilometern.

Das Netzwerk "Land schafft Verbindung" möchte, dass die Politik wieder mit der Basis spricht. Das Agrarpaket der Bundesregierung gefährde die deutsche Landwirtschaft. «Bauernbashing» führe zu Ärger und Frustration im Berufsstand. Diskriminierung, Benachteiligung und Mobbing seien an der Tagesordnung. Das alles gefährde die Zukunft der Betriebe und des ländlichen Raums, heißt es in einer Mitteilung.

Bundesweite Aktionen geplant

«Wir möchten, dass die Politik und Verbände mit uns als Basis sprechen», sagte Meike Schulz-Broers vom Organisationsteam des Netzwerks «Land schafft Verbindung». In diesem haben sich Zehntausende deutsche Landwirte über Facebook und WhatsApp zusammengeschlossen. Die Landwirte fordern Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) dazu auf, mit ihnen über aktuelle Agrar- und Klimapläne zu diskutieren. Die aktuelle Politik gefährde Familienbetriebe, warnten die Bauern. Außerdem führe «Bauernbashing», also etwa herablassende Äußerungen über Landwirte, in vielen Bereichen zu Ärger in der Berufsgruppe. Parallel zu der zentralen Kundgebung in Bonn soll es in vielen Städten Veranstaltungen geben.

In Berlin wollen 1000 Bauern mit ihren über 100 Traktoren zur Siegessäule fahren. Auch in München, Würzburg, Bayreuth, Erfurt, Rendsburg, Hannover, Oldenburg, Stuttgart, Freiburg, Leipzig und Görlitz haben Landwirte Proteste angekündigt. Die Demonstrationen richten sich gegen die Pläne der Bundesregierung unter anderem für mehr Natur- und Tierschutz in der Landwirtschaft, und zum Schutz des Grundwassers vor Nitrat, das etwa durch Überdüngung in den Boden gelangt. Diesen Plänen hat auch die Landwirtschaftsministerin und stellvertretende CDU-Chefin Klöckner zugestimmt.

Landwirte Demo in Bonn

In mehreren großen Städten demonstrieren heute Landwirte für mehr Mitspracherecht und eine bessere Agrarpolitik. Die größte Demonstration ist in Bonn, einige Hammer Landwirte sind in Münster dabei.

Die Hammer Landwirte sind es leid, als Sündenbock für Fehlentscheidungen in der Politik herzuhalten. Martin Eschhaus ist Landwirt aus Bockum-Hövel und wünscht sich mehr Dialog.

Konkret wünschen sich die Landwirte, dass sie bei Änderungen wie bei der Düngeverordnung oder in der Tierhaltung ein stärkeres Mitspracherecht bekommen. Über 650 Trecker sind dafür heute nach Münster gekommen.

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