
Über 54.000 Pendler in Hamm: Forderung nach Entlastung
Jeden Tag überqueren zehntausende Beschäftigte die Hammer Stadtgrenze für ihren Job. Die Gewerkschaft NGG warnt nun vor der hohen finanziellen Belastung durch diese Arbeitswege.
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Forderung nach Entlastung in Hamm
Aus einer aktuellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit geht hervor, dass in Hamm insgesamt gut 54.200 Beschäftigte für ihre Arbeit die Stadtgrenze passieren. Dabei verlassen deutlich mehr Menschen die Stadt zum Arbeiten, als von außen hereinkommen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Südwestfalen sieht in den langen Arbeitswegen einen massiven Kostenfaktor, der viel Geld kostet und die Haushaltskassen belastet.
Hamm: Geringverdiener besonders betroffen
Besonders Geringverdiener und Menschen, die auf das Auto angewiesen sind, leiden nach Angaben der Gewerkschaft unter den aktuellen Spritpreisen. Die NGG fordert deshalb die Hammer Unternehmen auf, sich stärker an den Mobilitätskosten für euch zu beteiligen. Das könnte konkret über monatliche Zuschüsse zum Deutschlandticket oder kostenloses Laden von E-Autos direkt auf dem Firmengelände passieren.
Vorschlag: Mobilitätsgeld
Als nächsten Schritt plant die Gewerkschaft, die Fahrtkosten verstärkt in zukünftige Tarifverhandlungen einzubringen, sofern die Preise nicht sinken und staatliche Hilfen ausbleiben. Um die Kosten für den Arbeitsweg abzufedern, schlägt die NGG ein sogenanntes Mobilitätsgeld vor. Dabei sollen 17 Cent pro gefahrenem Kilometer einheitlich vom Staat ausgezahlt oder direkt beim Lohnsteuerabzug verrechnet werden. Das Modell soll für jeden Pendler unabhängig von der Einkommenshöhe gelten.
Vier Stunden arbeiten für eine Stunde Zugfahrt
Wie teuer Mobilität gerade für Geringverdiener geworden ist, rechnet die Gewerkschaft am Beispiel der Deutschen Bahn vor. Wer zum gesetzlichen Mindestlohn arbeitet, muss laut NGG für eine einzige Stunde Zugfahrt im Fernverkehr der zweiten Klasse teilweise vier Stunden lang arbeiten, wenn kein Sparticket mehr verfügbar ist.