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Uli Becker hat als Adidas- und später Reebok-Manager in den USA Sportgeschichte mitgeschrieben. Im Gespräch mit Simone Niewerth und Michael Knippenkötter erzählt er, wie ihn ein Highschool-Austausch nach Amerika brachte, warum er seinen Profi-Fußball-Traum aufgab - und wie er trotzdem am Ende genau dort landete, wo er immer hinwollte.
© Radio Lippewelle Hamm
Uli Becker hat als Adidas- und später Reebok-Manager in den USA Sportgeschichte mitgeschrieben. Im Gespräch mit Simone Niewerth und Michael Knippenkötter erzählt er, wie ihn ein Highschool-Austausch nach Amerika brachte, warum er seinen Profi-Fußball-Traum aufgab - und wie er trotzdem am Ende genau dort landete, wo er immer hinwollte.
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Vom Sport LK in Hamm zum Reebok-Chef in den USA

Uli Becker aus Hamm arbeitete jahrzehntelang für Adidas und baute in den USA die Marke Reebok auf. Im Podcast erzählt er, wie ein Besuch in Tennessee mit 16 Jahren seinen Lebensweg prägte.

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Uli Becker hat eine ganze Menge von der Welt gesehen. Er arbeitete jahrzehntelang für Adidas, baute in den USA die Marke Reebok wieder auf und berät mittlerweile Start-ups in Amerika und Europa. Uli Becker traf Michelle Obama. Es gibt zahlreiche Fotos mit ihm und bekannten Sportstars. Und doch ist er einfach immer wieder gern hier, in seiner Heimat. Der Hammer berichtet im Podcast „Hammer Stimmen – Zeit für eine Aussprache“ mit WA-Lokalchef Michael Knippenkötter und Lippewelle-Moderatorin Simone Niewerth von seiner Schulzeit am Märkischen Gymnasium, seinen Erlebnissen in heimischen Fußball-Clubs und seinem Werdegang hin zu einem deutschen Top-Manager.

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„Ich bin hier mit etwa zwölf Jahren das erste Mal Moped gefahren“, erzählt der langjährige Kommunalpolitiker. Wo heute Familien flanieren und Kinder spielen, standen damals Lokomotiven, Postmotorräder und allerlei ausrangierte Fahrzeuge. Der Unternehmer Bernhard Wettendorf handelte auf dem Gelände mit allem, „was sich anbot“. Vorne befand sich ein Schrottplatz, im späteren Glaselefanten sogar ein Bundeslager für Weizen. „Ein Riesenabenteuerspielplatz“, erinnert sich Figgen.

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Einfach erst mal weg!

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„Ich konnte nicht schnell genug weg sein“, sagt der heute in der Nähe von Boston lebende Unternehmer. Fernweh habe ihn schon früh gepackt. Die Grundlage dafür wurde in seiner Kindheit gelegt. Aufgewachsen am Holunderweg im Hammer Südosten, kam Becker schon früh mit amerikanischer Kultur in Berührung. Über Mitarbeiter des Chemiekonzerns DuPont entstanden Kontakte in die USA, zudem studierte sein sechs Jahre älterer Bruder in Chattanooga und blieb dort.

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Mit 16 Jahren machte Becker bei einem Besuch in Tennessee eine Erfahrung, die seinen Lebensweg prägen sollte. Als Fußballer trainierte er bei einer College-Mannschaft mit – und erhielt prompt die Aussicht auf ein Stipendium. „Du kommst direkt nach dem Abitur hierher“, habe ihm der Trainer damals gesagt. Von diesem Moment an war klar: Amerika sollte Teil seiner Zukunft werden.

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Zunächst kam es anders. Becker absolvierte sein Abitur am Märkischen Gymnasium mit den Leistungskursen Sport und Englisch. „Ich habe das immer sehr pragmatisch gesehen: Was gelingt mir, was kann ich gut, was hilft mir, die Schullaufbahn zu bestehen?“ Sport gehörte zu seinen großen Leidenschaften. Fußball spielte er zunächst beim Post SUS Hamm, später bei der HSV und schließlich bei Eintracht Hamm. Für eine ganz große Karriere reichte es nicht, auch wenn er auf Oberliga- und Landesliganiveau auflief und sogar zwei Aufstiegsspiele zur 2. Bundesliga bestritt.

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Den Traum vom Studium in den USA gab Becker kurz vor dem Ziel auf. Einerseits hoffte er noch auf eine Fußballlaufbahn, andererseits spielte seine damalige Freundin eine entscheidende Rolle. Die Geschichte bekam ein Happy End: „Diese Freundin ist heute meine Ex-Freundin und seit 36 Jahren meine Ehefrau.“ Und wie sich später herausstellte: echter USA-Fan. Aber so weit kam es zunächst noch nicht.

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Geheimnis des Erfolgs: Timing

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Statt in die USA führte ihn der Weg zunächst nach Münster zum BWL-Studium. Dort reifte auch die Erkenntnis, dass Arbeit ohne Leidenschaft für ihn nicht infragekommt. Sein Herz schlug für den Sport – also bewarb er sich gezielt bei Adidas. Noch vor dem Examen hatte er den Job in der Tasche.

Dass aus dem Trainee später ein internationaler Spitzenmanager werden würde, beschreibt Becker mit einem Wort immer wieder: Timing. Anfang der 1990er-Jahre befand sich Adidas nach schwierigen Jahren im Umbruch. Becker arbeitete am Markenprogramm „Adidas Equipment“ mit und kam früh mit einflussreichen Managern in Kontakt. Als Adidas 1993 seine Nordamerika-Zentrale nach Portland im Bundesstaat Oregon verlegte, gehörte Becker zu den ersten Mitarbeitern vor Ort. „Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“

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Der Jugendtraum Amerika hatte sich damit doch noch erfüllt. Gemeinsam mit seiner Frau Christiane und später den beiden Söhnen baute sich die Familie ein neues Leben auf. Oregon habe sie sofort begeistert. „Ein Staat voller Freundlichkeit“, sagt Becker über die Region zwischen Pazifik, Wäldern und Bergen.

Später folgte der nächste Karriereschritt: Nach der Übernahme von Reebok durch Adidas wechselte Becker nach Boston und übernahm dort eine zentrale Marketingrolle. In dieser Zeit bewegte er sich regelmäßig in prominenten Kreisen. Begegnungen mit Sportstars oder Michelle Obama seien zwar außergewöhnlich gewesen, irgendwann aber Teil des Berufsalltags. „Das sind auch nur ganz normale Menschen“, sagt er rückblickend.

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Seit seinem Ausstieg aus dem Konzernleben im Jahr 2014 arbeitet Becker als Berater und unterstützt junge Unternehmen, die auf Nachhaltigkeit oder gesellschaftlichen Nutzen setzen. Dabei pendelt er weiterhin zwischen den Welten. Alle paar Monate kommt er nach Hamm zurück, besucht Familie und Freunde und pflegt Kontakte, die teilweise bis in die Grundschulzeit zurückreichen.

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