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Warnstreik: Justiz in Hamm betroffen
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Warnstreik: Justiz in Hamm betroffen

Ver.di ruft die Beschäftigten des Oberlandesgerichts Hamm und weiterer Justizstandorte zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Die Gewerkschaft reagiert damit auf die bisher ergebnislosen Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder.

Veröffentlicht: Dienstag, 13.01.2026 07:15

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Warnstreik bei Hammer Justiz

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Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten der Hammer Justizstandorte für Mittwoch, 14. Januar 2026, zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Betroffen sind das Oberlandesgericht Hamm, die Zentrale Zahlstelle Justiz Hamm und das Amtsgericht Hamm. Der Streik beginnt um 8.30 Uhr mit einer Streikversammlung vor dem Oberlandesgericht in der Hesslerstraße. Parallel finden in Dortmund ebenfalls Streikaktionen statt, die Staatsanwaltschaft, Amts- und Landgericht betreffen. Bereits am Dienstag, 13. Januar, wird zudem das Materialprüfungsamt NRW in Dortmund bestreikt. Die Arbeitgeber wurden frühzeitig über die Arbeitskampfmaßnahmen informiert.

"Eine funktionierende Justiz ist eine fundamentale Grundlage für unser Zusammenleben. Durch unzureichende Bezahlung wird dies gefährdet. Unbesetzte Stellen sind in allen Abteilungen zu finden. Die Konsequenz ist: Die Arbeit wird nicht weniger. Die Kolleginnen und Kollegen sind spürbar überlastet." - Bastian Lindenbauer, ver.di Bezirk Westfalen

 

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Hintergrund der Streiks in Hamm und Dortmund

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Der Warnstreik soll, nach dem ergebnislosen Verhandlungsauftakt mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), Druck machen. Die Arbeitgeberseite hat bislang kein Angebot für die rund 925.000 Tarifbeschäftigten vorgelegt. Ver.di verhandelt in der Länder-Tarifrunde stellvertretend auch für die Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU. Über die geforderte Übertragung der Tarifeinigung sind weitere 2,3 Millionen Beschäftigte betroffen. Die Gewerkschaft kritisiert die anhaltende Personalnot im öffentlichen Dienst, wo 600.000 Stellen unbesetzt sind.

"Die Arbeitgeber verschanzen sich hinter angeblichen Sachzwängen. Bei 600.000 unbesetzten Stellen im öffentlichen Dienst reicht Reden nicht aus. Die Kolleginnen und Kollegen erwarten wirkliche Wertschätzung und handfeste Angebote." - Charlotte Röniger, ver.di Bezirk Westfalen
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Zweite Verhandlungsrunde steht bevor

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Ver.di erwartet von den Arbeitgebern in der zweiten Verhandlungsrunde am 15. und 16. Januar in Potsdam ein verhandlungsfähiges Angebot. Die Gewerkschaft macht deutlich, dass nach dem ergebnislosen ersten Verhandlungstermin konkrete Verbesserungen für die Beschäftigten erforderlich seien. Die Tarifrunde betrifft nicht nur die direkt betroffenen Tarifbeschäftigten, sondern könnte auch Auswirkungen auf die Beamtenbesoldung haben. Die Hammer Justiz ist einer der größten Arbeitgeber der Stadt, allein das OLG hat knapp 1000 Beschäftigte.

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Warnstreik: Justiz in Hamm betroffen
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Das Oberlandesgericht in Hamm.
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